Full text : Ferdinand Lassalle

Letzteres  hat  ungleich  mehr  Wahrscheinlichkeit.  Bereits ­
  fangen  auch  die  Slawen  an,  sich  dem  Bunde  der
revolutionären  Völker  anschließen  zu  wollen.
Das  wird  ein  Krachen  geben!  Diesen  Frühling  steht
Europa  in  Feuer  und  Flammen.  Wer  das  nicht  sieht,
ist  ein  Tor.  Gnade  Gott  dann  unsrer  preußischen  Wirtschaft! ­
  Durch  die  Novemberereignisse  sind  jetzt  auch  dem
Dümmsten  die  Augen  geöffnet,  die  Novemberverfolgungen ­
  sind  der  größte  Hohn  auf  Recht  und  Gesetz  gewesen, ­
  und  die  Lehre  wird  keine  verlorene  sein.
Ich  küsse  Dich  und  den  vielgeliebten  Papa  tausendmal
und  sehe  mit  Ungeduld  einigen  Zeilen  entgegen.  Euer
Euch  liebender
F.  Lassalle
Düsseldorf,  Gefängnis,  25.  2.  49

Lassalle  als  Angeklagter
„Wie  sehr  man  sich  aber  im  Düsseldorfer  Gefängnis
um  den  Herrn  Generalprokurator,  um  die  Gesetze  und
um  die  allergewöhnlichsten  Rücksichten  des  Anstandes
kümmert,  davon  folgendes  Exempel:
Ein  Gefängniswärter  erlaubte  sich  am  5.  Januar
einige  Brutalitäten  gegen  Lassalle  und  setzte  diesen  die
Krone  dadurch  auf,  daß  er  zum  Direktor  ging  und
Lassalle  verklagte,  als  habe  dieser  ihn  brutalisiert.
Eine  Stunde  nachher  tritt  der  Direktor,  vom  Jnstruktionsrichter
  begleitet,  in  Lassalleü  Zimmer,  ohne
ihn  zu  grüßen,  und  stellt  ihn  deswegen  zur  Rede.  Lassalle

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