Full text : Ferdinand Lassalle

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Am  meisten  illustrierte  er  seine  gesprochenen  Gedanken ­
  durch  die  Handbewcgungen.  Hände  und  Arme
waren  in  fast  unausgesetzter  Tätigkeit.  Ruhig  verhielt
er  sich  nur  bei  den  scharfen,  rein  juristischen  Deduktionen,
für  die  er  die  volle  Aufmerksamkeit  der  Richter  beanspruchen ­
  wollte;  dann  stützte  er  sich  leicht  mit  der  linken
Hand  auf  den  Tisch  und  verbarg  die  rechte,  die  immer
eines  der  Oktavblättchen  hielt,  hinter  dem  Tuch  der
tiefausgeschnittenen  Weste.  Galt  es  aber  eine  rhetorische
Wirkung  zu  erzielen,  so  gestikulierte  er  mit  der  Rechten
in  ganz  merkwürdiger  Weise.  Da  schnellte  er  den  Arm
nach  vorn,  als  ob  er  boren  wollte,  da  zerhackte  er  mit
dem  zusammengekniffenen  Blättchen  die  Luft,  als  ob
er  Zweivierteltakt  im  Prestissimo  schlüge,  da  hob  er
wie  drohend  die  Hand  auf  und  fuchtelte  damit  so  leidenschaftlich, ­
  daß  ihm  mehrfach  die  geschriebenen  Seiten
entfielen  und  in  langsamen  Schwingungen  zu  Boden
flatterten.  Da  dieser  Effekt  sich  zwei-  oder  dreimal
und  immer  am  Schluß  eines  Gefüges  seiner  Beweisführung ­
  wiederholte  —  so  daß  die  Pause,  die  durch  das
Sammeln  und  Aufheben  der  Blätter  notwendig  wurde,
sehr  erwünscht  war  —>  so  konnte  ich  mich  dem  Eindrücke,
daß  auch  diese  Wirkung  beabsichtigt  sei,  nicht  ganz  verschließen. ­

i'  Während  der  langen  Rede  wechselte  Lassalle  auch
häufig  seine  Stellung.  Mitunter  lustwandelte  er  hinter
dem  mit  Büchern  bedeckten  Tische  auf  und  ab,  bisweilen
blieb  er  auch  einige  Minuten  wie  festgewurzelt  stehen,
um  alsbald  wieder  einige  Schritte  zu  machen  und  langsam ­
  den  Richtern  sich  zu  nähern.  Diese  vorschreitende
Bewegung  hatte  er  namentlich  am  Schlüsse  seiner
            
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