Gütererzeugung. Dieses Programm war im Jahre 1890
durch einige Gegenwartforderungen ergänzt worden. Im
folgendem Jahr war es teilweise geändert und im Jahr
1898 durch ein ganz neues Programm ersetzt worden. Das
zuerst ins Auge gefaßte Mittel, der Verstaatlichung des
Grund und Bodens oder der Grundrente war verlassen
worden, weil über desssen Aussichtlosigkeit kein Zweifel
mehr bestanden hatte. Das zuletzt angenommene Pro-
gramm habe aber auch nicht genügt, um den Wandel un-
serer Anschauungen auszudrücken. Infolgedessen habe
der Vorstand sich entschlossen, den §$ 1 der Satzungen noch-
mals zu ändern.
In der deutschen Bodenreformbewegung seien deutlich
d r e i Stufen der Entwicklung erkennbar. Die ersste habe
unter dem Einfluß der Anschauungen von Henry George
gestanden, daß die Grund- und Bodenfrage eine Steuer-
frage (Single tax) sei. Die zweite werde durch Flürscheims
Vorschläge charakterisiert, die auf einen Ankauf des ge-
samten Grund und Bodens, also auf eine Finanzmaß-
regel hinausliefen. Die dritte, die langsam vorgedrungen
sei, und jetzt im Programm zur Geltung kommen solle,
fasse die Bodenfrage als eine Frage der Reform des B 0 -
d enr echt s auf.
Nationalökonomen vom Rang eines Friedrich Albert
Lange und Adolph Wagner hatten diese Meinung schon vor
langer Zeit ausgesprochen. In v. Selchow-Rudnick hatte
sie schon bei der Gründung des Bundes einen Vertreter
gefunden. Ottomar Beta hat das große Verdienst gehabt,
immer wieder darauf hingewiesen zu haben, daß vor allem
eine Änderung unseres Bodenrechts angestrebt werden
müsse. Jn dem neuem Programm war die Forderung
zum Bundesziel erhoben worden, die von ihm schon in
dem offenem Briefe erhoben worden war, den er am 6.
März 1892 an mich als Bundesvorsitzenden gerichtet hatte.
Das Verlangen, daß der Grund und Boden des Vater-
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