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wirksames Gegengewicht zu geben, das über das bloß Stoffliche und
Einträgliche hinausweist auf das, was ein bleibendes und dauernd
wertvolles Vermächtnis für die kommenden Geschlechter sein soll.
Ein Vorbild in dieser Hinsicht waren schon die ersten Begründer
der Firma, und eine Verkörperung idealer Lebens- und Geschäfts
auffassung war Lambert Bachem, als er im kritischsten Augen
blick seiner Tage und seines redlichen Schaffens an einen
Direktor im preußischen Kultusministerium, einen ehemaligen
Mitarbeiter in seinem Verlage, schrieb: „Ich habe doch auch
das Glück gehabt, mich überzeugen zu dürfen, daß Rechtlichkeit
und Ehre, wofür ich gelebt und gewirkt habe, doch noch nicht
ganz zu inhaltlosen Worten herabgesunken sind und daß auch
der moralischen Kraft im Kampfe mit der Geldsucht und dem
Geldstolze noch einige Wirksamkeit geblieben ist.“
Wenn wir heute auf das erste Jahrhundert des Bestehens
des Bachemschen Verlags zurückblicken, seine Ausdehnung und
seine Erfolge anerkennend, so wird uns klar, daß das Empor
kommen und die Blüte dieses Geschäftshauses in allererster
Linie auf der charaktervollen Tüchtigkeit seiner Inhaber und
der Festigkeit ihrer Grundsätze beruht. Dadurch, daß es seinen
eigenen Organismus durch vier Generationen gesund und frisch
erhielt, wurde es auch fähig, über Kölns geistiges Weichbild und
über die rheinische Heimat hinaus dem ganzenVaterlande zu dienen.
Diese Grundsätze sind in erhöhtem Grade während des Welt
krieges in die Erscheinung getreten und haben in der Kölnischen
Volkszeitung und den übrigen vom Verlag herausgegebenen
Blättern und Schriften eine folgerechte und unerschrockene
Ausprägung gefunden. Richtunggebend waren auch hier im
Denken, Wollen und Streben der Firma J. P. Bachem die beiden
Pole, die von den Erdentagen des ersten Gründers aus dem Zeitalter
der Befreiungskriege in diese schwere Zeit des Daseinskampfes
des Deutschen Reiches und Volkes hell zu uns herüberleuchten:
Für Gott und Vaterland!