Das dritte Gebot.
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Der Buddhist soll, wenn er andern Geschöpfen nützen kann,
ohne Bedenken gern sein Leben opfern. Auch davon werden viele
Geschichten erzählt. Die Freigebigkeit wird, wie bei den Brahmanen,
namentlich auch den Königen zur Pflicht gemacht. Als die vier
Tugenden, wodurch ein König sich populär machen kann und soll,
werden genannt: Freigebigkeit, Freundlichkeit, Fleiß in Regierungs
geschäften und Unparteilichkeit. Die Freigebigkeit haben die buddhisti
schen Herrscher aller Zeiten in reichstem Maße geübt. Im dritten
und elften Edikt nennt Asoka Priyadarsin als verdienstlich und
gesetzlich den Gehorsam gegen die Eltern, Freigebigkeit gegen
Freunde, Bekannte, Verwandte, Brahmanen und Asketen, Nicht
töten lebender Wesen und Enthaltung von Schmähungen gegen
Andersgläubige. Im achten Edikt sagt er, auf seinen Reisen
empfange er Asketen, Brahmanen und Greise, die er beschenke und
an die er Gold verteile. Die buddhistischen Pilger aus China
schildern, mit welcher Verschwendung die Könige bei den großen
religiösen Versammlungen Geschenke austeilten. Wohltäter wie
Anäthapindika (S. 36) und Visäkhä (S. 39) leben im Ge
dächtnis bis heute fort.
Das dritte Gebot ist: „Du sollst nicht unkeusch leben." Im
Dhammikasutta heißt es darüber: „Der Verständige vermeide ein
unkeusches Leben wie einen Haufen (brennender) Kohlen. Wenn
er nicht imstande ist, ein keusches Leben zu führen, so vergreife
er sich nicht an der Frau eines andern." Es gilt also für den
Laien als verdienstlich, sich des Umgangs mit Frauen zu enthalten.
Für den Mönch wurde dies gefordert. Der Buddhismus schreibt
wie der Katholizismus den Zölibat vor. Für den Ehebruch wird
die schwerste Strafe in Aussicht gestellt, die sich durch viele Ge
burten hinzieht. Das Dhammapada lehrt: „Allmählich und bei
jeder Gelegenheit entferne der Verständige immer ein wenig von
dem Rost an sich, wie der Schmied den am Silber. Rost, der
am Eisen entsteht, frißt dieses von da an auf; so bringen den un
verständig Handelnden seine Taten in die Hölle. Rost ist bei einer
Frau schlechter Lebenswandel, Rost bei einem Geber Geiz; Rost
sind sündhafte Neigungen in dieser und jener Welt." „Vier Dinge
erlangt ein unverständiger Mann, der sich mit der Frau eines
andern einläßt: Sünde, Beilager ohne Genuß, Zurechtweisung,
Hölle. Er begeht eine Sünde, der Genuß ist für ihn gering, da er
und sie voll Angst (vor Entdeckung) sind, der König verhängt eine
schwere Strafe. Deswegen soll sich ein Mann nicht mit der Frau