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Die Verstaatlichung der Bergwerke.
monatlich gegen den Abschnitt September bis Dezember
1890 mit 115121 t monatlich einen Rückgang, einen relativ
kleinen übrigens; aber dieser entfällt auf den Absatz nach
Österreich-Ungarn, an welchem das Syndikat kaum je be
teiligt war, während der Absatz nach Belgien, dem Lieblings
absatzgebiete Westfalens, von nur 17 903 t im Januar-August
1890 auf 75568 t im gleichen Abschnitt 1891 gestiegen ist,
um 322 Prozent.
Wie können die Ringe erwarten, daß die Eisenbahnen
noch die Inlandtarife herabsetzen, wo sie selbst das Mögliche
tun, durch Steigerung der Kohlenpreise eine derartige ver
langte Milderung zu verhindern! . Es ist eine sonderbare
Zumutung, die die „Rheinisch-Westfälische Zeitung“, unter
dem Stichworte: „Ein Vorschlag zur Güte“ den Bahn
verwaltungen macht. Sie meint, jene sollten die Frachten
für ganze Waggonladungen in den Monaten Juni, Juli und
August um 1 U ermäßigen. Dadurch würden viele Kohlen
händler und Fabriken veranlaßt werden, ihren Winterbedarf
schon während dieser Monate zu decken, weil durch die
billigeren Frachten die Unkosten für die Aufstapelung der
Kohlen und die Verzinsung des in den Kohlenvorräten
steckenden Kapitals einigermaßen ausgeglichen würden.
Die Händler hätten dann wenigstens die Kohlen sicher im
Lager und könnten dem Winter ruhig entgegensehen, während
sie jetzt auf die Gnade der Eisenbahnverwaltungen angewiesen
seien. Bei den heutigen hohen Frachten schiebe jeder
Händler den Bezug des Winterbedarfes so lange wie möglich
hinaus, wodurch jedes Jahr die Notlage entstehe, daß im
Herbst oder Winter nicht genug Wagen herbeigeschafft
werden könnten, um den Anforderungen der Konsumenten
zu genügen. Die Zechen selbst hätten im Sommer größeren
und regelmäßigeren Absatz, was auch im Interesse der
Arbeiter läge, welche jetzt nicht selten wegen Stockung
der Abfuhr entlassen werden müßten. —