Die Verstaatlichung der Bergwerke.
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Nach der Verstaatlichung der Gruben und Durchführung
einschneidender Reformen, aber nicht eher, wird die Herabsetzung
aller Tarife dem ganzen Volke von großem Vorteil
sein.
Auch der regelmäßige Betrieb der Staatsbahnen erfordert
notwendig die Auskaufung der Bergwerke.
Eine wichtige Frage ferner, nicht etwa allein für den
Bauernstand ist die Ableitung der Abwässer, die
Verhütungen der Bodensenkungen, die große Schwierigkeiten
verursachen und den Volkswohlstand schädigen.
Auch hier kann nur Wandel geschaffen werden, wenn der
Staat alle Betriebe einheitlich leitet, wie aus folgendem
*
Bericht zu ersehen ist:
„Essen, 25. Dezember. Die Städte des Industriebezirks
stehen wieder vor großen Ausgaben, deren Höhe vorläufig
noch gar nicht geschätzt werden kann. In den letzten Jahren
haben die größeren Städte, namentlich Essen und Dortmund,
Anlagen für die Klärung der Abwässer errichtet. Die Klagen
der Anwohner der Flüsse und Bäche sind aber nicht verstummt.
In der Nähe der Flußläufe, in denen sich früher Fische
tummelten, weht eine verpestete Luft. Die Klagen der Anwohner
haben die Behörden veranlaßt, die Städte immer und
immer anzuspornen, bessere Kläranlagen herzustellen. Essen
hat das Röckner-Rothesehe System, Dortmund ein eigenes
System angelegt, die Erfolge waren die gleichen: die Anlagen
sind unzureichend. Auf Anregung der Landesbehörden
haben sich gestern die Emscherschau-Kommission, bestehend
aus den Landräten der Kreise Essen, Bochum und Dortmund,
die Baumeister jener Städte, sowie Landesmeliorations-Inspektor
Grantz aus Münster in Dortmund zusammengefunden,
um zu beraten, ob es sich ermöglichen lasse, die Abwässer
der erwähnten, sowie auch anderer Städte vielleicht in Verbindung
mit den Grubenwassern der Bergwerke in einem
offenen Graben durch das Emschertal in den Rhein zu leiten.
Vorausgesetzt war, daß die Wässer auf ihrem Wege bis zum
Rhein auch Berieselungszwecken dienen sollten. Zunächst
ergab sich, daß eine Verbindung mit der bereits vorhandenen
sogenannten tiefen Talentwässerung im Gelsenkirchener Bergwerksbezirke
nicht möglich sei, da diese durch Abzugsgräben
bewirkte Entsumpfung des Bodens nicht dem Tal entlang geht,
sondern, je nachdem die Bodenfläche ist, mannigfache Biegungen
macht. Wenn die Ausführung überhaupt möglich wäre, so