Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

vernunftgemäßen  Bedürfnissen.  —  Die  Befreiung  der  Arbeit
erfordert  die  Verwandlung  der  Arbeitsmittel  in  Gemeingut
der  Gesellschaft  und  die  gemeinschaftliche  Regelung  der  Gesamtarbeit ­
  mit  gemeinnütziger  Verwendung  und  gerechter
Verteilung  des  Arbeitsertrages.“
Worauf  es  unserem  Standpunkte  gemäß  ankommt,  wäre
"vor  allem  die  gerechte  Verteilung  des  Arbeitsertrages  im
sozialdemokratischen  Staate.  Daß  in  ferner  Zukunft  es
möglich  sein  wird,  nicht  allein  Grund  und  Boden,  sondern
auch  den  größten  Teil  des  Kapitales  den  Händen  der  Gesellschaft ­
  zu  überweisen,  unterliegt  für  uns  keinem  Zweifel.
Aber  das  letztere  wird  noch  so  lange  dauern,  bis  die
Menschen  in  intellektueller  und  moralischer  Beziehung  so
gleich  geworden,  daß  von  Neid  und  niedriger  Habsucht
keine  Bede  sein  kann.  Die  Leitung  der  Produktion  und
logischer  Weise  auch  der  Konsumtion  der  Gesellschaft
übergeben,  heißt  eine  Ochlokratie  heraufbeschwören,  die
Verteilung  des  Arbeitsertrages  von  Gesellschaftswegen  zu
bestimmen,  heißt  einem  schlimmeren,  grausameren  Kommunismus ­
  verfallen,  als  der  ist,  der  uns  jetzt  ausplündert. ­
  —
Da  der  demokratische  Sozialismus  nach  gewaltsamer
Expropriation  eine  Entschädigung  nur  in  Lebensbedürfnissen
.ausgibt,  so  ist  damit  eine  reine  Konfiskation  ausgesprochen,
ein  grober  Rechtsbruch  proklamiert,  vor  dem  sich  eine
Partei,  welche  sich  brüstet,  Gerechtigkeit  erst  einführen  zu
wollen,  scheuen  sollte.  Und  doch  wäre  um  des  unendlichen
Erbarmens  mit  der  enterbten  und  verelendeten  Masse  unserer
Brüder  willen  der  Weg  zu  begehen,  wenn  sich  kein  besserer
aus  dem  heutigen  Elend  böte.
Statt  aber  eine  höhere,  edlere  Eigentumsform,  welche
sich  auf  „eigen  Tun“  gründet,  zu  erstreben,  ist  der
•demokratische  Sozialismus  nichts  als  Kommunismus.  Wie
heute  wenige  Tüchtige  die  Menge  auf  Grund  schlechter
Gesetze  ausbeuten,  so  will  der  Kommunismus  als  Besserung
            
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