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Die Gründer der heutigen Schulen
Ökonomie geläufigen Grundanschauungen. Das bewegliche, viel
früher als das unbewegliche persönlich gewordene Eigentum
scheidet er aus der Betrachtung aus. Seine Aufmerksamkeit
gilt überwiegend dem Grundeigentum, das er in Gemeineigen,
Patronage und individuelles Eigen gliedert. Gemeineigen ist
„eine auf Überlieferung beruhende Besitzart von Grund und
Boden, bei welcher dieser einer Nachbarschaft, einer Gemeinde
oder einer Mehrheit von Gemeinden gehört“*). Patronage und
individuelles Eigentum sind beide Privateigentum 2 ). Unter
Patronage versteht Le Play alle Rechtsverhältnisse, bei denen
der Grundbesitzer andern Familien die Bewirtschaftung seines
Bodens überläßt 3 ). Der Begriff Patronage umfaßt im weitesten
Sinn Sklaven- und Hörigenwirtschaft ebensowohl als alle Arten
von Pacht. Das wesentliche Merkmal dieser Eigentumsart liegt
nach Le Play darin, daß die väterliche Autorität des Grund
besitzers sich über seine blutsverwandten Angehörigen hinaus
auf andere Familien erstreckt. Das individuelle Eigentum endlich
ist „diejenige Besitzart, bei der Eigentum und Bewirtschaftung
des Bodens ausschließlich einer Familie zustehen“ 4 ).
Le Play bezeichnet diese drei Arten des Grundeigentums
als die materiellen Grundlagen der Constitution essentielle de
l’humanité. Die beste Sozialverfassung ist darum diejenige, welche
drei Arten des Bodenbesitzes nebeneinander aufweist. Die Ent
wicklung der menschlichen Kultur zeigt aber, daß der sittliche
und materielle Fortschritt ein immer größeres Vorwiegen des
individuellen Grundeigentums, d. h. des selbstbewirtschafteten
Einfamilienbesitzes erheischt 5 ).
Der wichtigste Bestandteil von Le Plays Eigentumslehre
ist seine Erbrechtstheorie. Er führt alle Erbrechtssysteme auf
drei Typen zurück : a) die zwangsweise Erhaltung des Familien
gutes; b) die zwangsweise Gleichteilung und c) die Testier
freiheit.
Die zwangsweise Erhaltung des Familiengutes besteht darin,
daß es der Hauptsache nach auf einen einzelnen Erben über-
3 ) Le Play, Méthode Sociale, p. 449.
-) Le Play, Réforme Sociale, Bd. I (1. Auf!.), p. 97.
3 ) Le Play, Méthode Sociale, p. 467, 471.
4 ) Le Play, Méthode Sociale, p. 471.
5 ) Le Play, Méthode Sociale, p. 471.