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leiten den Verkehr ins Mittelland weiter. Neuerdings
ist Basel zur Kopfstation der Oberrheinschisfahrt geworden,
und es besteht begründete Aussicht, daß auch die Strecke bis
zum Bodensee für den Schiffsverkehr geöffnet werden
kann. Die Stadt ist der Sitz einer altberühmten Uni
versität; als wichtiger Industrie- und Handelsplatz steht
sie nach der Volkszahl mit 132000 Einwohnern unter
den Schweizerstädten an zweiter Stelle.') Der Hauptteil
der Stadt, Großbasel, liegt am linken Rheinufer, über
ragt vom doppeltürmigen Münster auf hoher Terrasse,
von der der Blick in die dunstige Ferne der süddeutschen
Rheinebene hinausreicht. Das Rheinknie hält am rechten
Ufer das industrielle Kleinbasel umschlossen, dessen Seiden
bandwebereien und chemische Fabriken (für Farbstoffe und
Arzneimittel) den Ruhm der Basler Industrie begründen.
Der gemeinnützige Sinn der Bevölkerung betätigt sich in
zahlreichen Werken der Wohltätigkeit; der bekannte Reich
tum der Stadt stellt dazu die Mittel in weitgehendem
Maße zur Verfügung. Als Mittelpunkt des Verkehrs,
der Geschäftsunternehmungen und der Industrie übt die
Grenzstadt auf die Ausländer, im besondern auf die
Reichsdeutschen, eine starke Anziehung aus.
Zum Gebiet von Basel-Stadt gehören noch Riehen
und Kleinhüningen in der Nähe des Schwarzwald
flüßchens Wiese, das unterhalb Kleinbasel den Rhein
erreicht.
Die Ergolz reicht mit zahlreichen Quelltälern süd
wärts in den Kettenjura hinein und löst den Tafeljura
in einzelne flache Bergrücken ans. In den rauhen, Hähern
Lagen hat neben dem Ackerbau überall die Hausindustrie
Eingang gefunden, und zwar sowohl die Bandweberei
für die Basler Geschäftshäuser, als die Uhrenmacherei
vom Neuenburger und Berner Jura her. Im nördlichen
Teil der Basler Landschaft werden dagegen die verfüg
baren Arbeitskräfte nach den Fabriken der Stadt gezogen.
Gleich dem Fricktal versorgt hier der Obstbau der tiefen
und warmen Lagen den Markt mit frühen Kirschen.
i) 1913; 139700 E.
Basel-Land
Gebiet
der Ergolz