Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

346  Die  katholischen  und  verwandten  Schulen  in  der  Gegenwart

schätzenswerte  Beiträge  zum  Detailausbau  der  sozialkatholischen
Doktrin  darstellen.
Die  literarische  Produktion  der  sozialkatholischen  Schule
ist  eine  erhebliche.  In  der  Leitung  der  Zeitschrift  VAssociation
catholique  wurde  de  Segur-Lamoignon  1898  von  Savatier  abgelöst.
Diesem  steht  seit  kurzem  Zamanski  als  Generalsekretär  zur
Seite.  Die  offizielle  Zeitschrift  der  Schule  hat  seit  1890  in
La  Sociologie  catholique  einen  Ableger 1 ).  Die  Association  de
la  Jeunesse  catholique  hat  sich  in:  Les  Annales  de  la
Jeunesse  catholique  ein  vierteljährlich  erscheinendes  Organ  gegeben. ­
  Mehrere  Sammlungen  kleinerer  und  größerer  Monographien, ­
  teils  Dutzendware,  teils  Arbeiten  von  wissenschaftlichem ­
  Werte 2 ),  haben  jede  mehrere  hundert  Nummern  erreicht
und  wachsen  rasch  weiter.  So  die  von  dem  katholischen  Großverlag ­
  Bloud  et  Cie.  herausgegebenen  Sammlungen:  Questions  de
Sociologie  und  Science  et  Religion.  Desgleichen  die  von  der  Action
populaire,  einer  kleinen  Gruppe  von  Sozialkatholiken,  veröffentlichten ­
  Traktate.  Dieselbe  Vereinigung  gibt  auch  ein  Jahrbuch:
Guide  social  heraus,  welches  knapp  über  die  soziale  Bewegung-Frankreichs
  und  dürftig  über  die  des  Auslandes  berichtet.  An
Flugschriften  der  verschiedensten  Art  fehlt  es  nicht.
An  die  Stelle  des  Ott  sehen  Lehrbuches  der  Volkswirtschaftslehre ­
  ist  das  1896  zum  ersten  Male  aufgelegte  „Cours
d’Economie  sociale“  des  Jesuiten  Ch.  Antoine  (3.  Ausl.,  Paris
1905)  als  offizielles  Lehrbuch  der  sozialkatholischen  Schule  getreten. ­
  Es  ist  aus  Vorlesungen  hervorgegangen,  welche  an
der  katholischen  Universität  Angers  abgehalten  wurden.  Es
ist  ein  Meisterstück  wissenschaftlicher  Diplomatie.  Der  Autor
verbindet  die  Achtung  vor  den  Grundsätzen  des  scholastischen
Naturrechtes,  der  katholischen  Moraltheologie  und  der  Enzykliken

Programm  zur  Reglementierung  der  Börse  zugrunde  liegen.  Hauptpunkte  desselben ­
  sind:  Verbot  des  Terminhandels,  Registrierungspflicht  einer  jeden  Eigentumsübertragung ­
  von  Wertpapieren,  möglichste  Prohibieruug  alles  unpersönlichen
Eigentums,  also  vor  allem  aller  Inhaberpapiere  usw.
’)  1905  nahm  die  Association  Catholique  den  Untertitel  Revue  du  Mouvement ­
  catholique  social  an  ;  sie  erscheint  seither  in  verringertem  Umfang.
2 )  Eine  vorzügliche  Arbeit  ist  z.  B.  Victor  de  Clercq,  Les  Doctrines  sociales
catholiques  en  France  depuis  la  Révolution  jusqu’à  nos  jours,  Bd.  145—146  der
Sammlung:  Science  et  Religion,  4.  Ausi.,  Paris,  1905.
            
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