Das sozialkatholische Zentrum
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schaftlichen und gründlichen Arbeiten über Arbeiterschutz- und
Arbeiterversicherungsfragen einen Namen gemacht. Er ruft die
Staatshilfe gegen die von ihm geschilderten Mißstände in weitgehendstem
und einschneidenstem Maße an. Er ist der radikalste
Interventionist unter den Sozialkatholiken sowohl, als
unter den Professoren der Nationalökonomie an den juristischen
Fakultäten Frankreichs 1 ).
Zwei tüchtige Männer der Wissenschaft besitzen die Sozialkatholiken
in den am Musée social beamteten Herren Etienne
Martin Saint-Léon und Léon de Seilhac. Ersterer hat eine
bereits in zweiter Auflage vorliegende Zunftgeschichte Frankreichs
geschrieben, welche sich den großen wirtschaftsgeschichtlichen
Werken Le vasseurs und d’Avenels ebenbürtig zur
Seite stellt. Viel bemerkt wurde desselben Autors populärwissenschaftliche
Darstellung der Kartellfrage; er hat für diese
hauptsächlich die einschlägige deutsche und amerikanische
Literatur benützt 2 ). Léon de Seilliac hat die französische Arbeiterbewegung
zum Gegenstand seiner Spezialforschungen gemacht
und bereits eine Reihe mustergültiger Monographien darüber
veröffentlicht. Diese zeichnen sich durch reichhaltige und vielseitige
Dokumentierung, welche übrigens eine intime, persönliche
Fühlungnahme des Autors mit den verschiedenen sozialistischen
Milieus verrät, und durch eine große Lebendigkeit der
Darstellung aus 3 ).
Der praktisch erfolgreichste unter den französischen Sozialkatholiken
ist, neben Albert de Mun, Abbé Lemire, der zwar
wenig schriftstellerisch 4 ), um so mehr aber parlamentarisch tätig
1) Näheres über Raoul Jay siehe unten: Buch III, 1. Kapitel.
2 ) Etienne Martin Saint-Léon, Histoire des Corporations de Métiers. Depuis
leurs origines jusqu’à leur suppression en 1791, 2. AuflL, Paris, 1909.
Derselbe, Cartels et Trusts, 2. Ausi., Paris, 1904.
3 ) Leon de Seilhac, Les Congrès Ouvriers en France de 1876 à 1897,
Paris, 1899. — Les Grèves, Paris, 1901. — Le Monde Socialiste, Paris, 1904.
— Derselbe hat ferner ein: Manuel pratique d’économie sociale (Paris, 1904)
verfaßt, welches praktische Auskünfte und Anweisungen über die Gründung
und Geschäftsleitung von Berufsvereinen und jeder Art von Genossenschaften gibt.
4 ) Neben Abbé Lernires zahlreichen Gesetzentwürfen, welche in der Sammlung
der Drucksachen der französischen Abgeordnetenkammer, sowie auch in
der Association catholique, abgedruckt sind (1894—1909), sind von ihm zu nennen: