Object: Wirtschaft als Leben

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.Die Herrschaft des Wortes 1 
zu fassen. So begründet es einen weiteren Hergang im Handeln, wo 
immer aus vielen Dauer streben, kraft eines erzieltenAus- 
gleiches unter ihnen, Handeln in einer Gliederung er- 
fließt, die eine Gewähr für die Andauer dieses Handelns 
d arbietet. 
Diese Formel sei vorerst X genannt; es fehlt der rechte Anhalt, 
ihr sofort einen Namen zu erteilen. Nur im früheren Falle war es im 
voraus klar, wohin der Name lauten soll. Die Verbrüderung der Wieder 
kehr, im eigenen und im fremden Handeln, macht ja den Handelnden 
zum „Gesellen“ anderer. Deshalb durfte ich auch die Zusammenhänge, 
die den Formeln Helfen und Herrschen gemäß sind, und die gemeinsam 
in dem Hergang des Gesellens untergehen, schon vorgreifend die „gesell 
schaftlichen“ nennen. Die Nennung rechtfertigte sich sofort aus dem 
Sprachgefühle; aber nicht in allen Fällen darf man das letztere gleich 
entscheiden lassen. So war es zwar richtig, die Zusammenhänge hinter 
den Formeln „Werten“ und „Werben“ als die „wirtschaftlichen“ zu 
bezeichnen — auch dies wird sich noch besser rechtfertigen — dagegen 
würde es das System dieser Nennungen durchbrechen, wenn ich hier 
umgekehrt die Formel nach den verwandten Zusammenhängen taufen 
wollte; in diesem Falle wäre es auch sachlich verwirrend. Das sei 
zum Heile der Sache erläutert. 
Die Anschauungen, die sich im urwüchsigen Denken über seinem 
Dienste im Handeln niederschlagen, drängen stets an Worte heran. 
So lehnen sich z. B. an das Wort „Wirtschaften“ sämtliche An 
schauungen an, die ihren Ersatz durch die Formeln Werten und Werben 
finden, auch durch die Formel X und jene Formel Y, zu der uns der 
Gedankengang erst hinführen soll. In allen diesen Richtungen dient 
das nämliche Wort „Wirtschaften“ der Bewegung des urwüchsigen 
Denkens, und tut es aufs beste. Bei dieser Sachlage kommt es schon 
äußerlich nicht zu einer Unterscheidung zwischen den verschiedenen 
Hergängen; genau so wenig zu einer Scheidung zwischen Hergang 
und Gebaren; und erst recht nicht zu einer Trennung zwischen 
dem Fließenden und dem Zuständlichen im Handeln. Darüber 
läßt man sich im urwüchsigen Denken überhaupt keine grauen Haare 
wachsen. Kommt es gelegentlich auch auf derlei Feinheit an, verläßt 
man sich auf den ganzen Zusammenhang, von dem das Wort empor- 
getragen wird. Der Zusammenhang, und das Zusammenspiel aller be 
gleitenden Umstände, besorgt dies auch getreulich und läßt uns selbst 
ein so vielgeschäftiges Wort stets wieder richtig verstehen. Im einzelnen 
Falle tritt ein anderes Wort zur schärferen Prägung des Gedankens 
hinzu, und umgekehrt gibt das überbotene Wort wieder nach anderen
	        
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