fullscreen: Grundzüge der Theorie der Statistik

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lichkeitsprobleme unter mathematische Behandlung genommen worden 
ist. Es sind gerade die periodischen Bewegungen in den öko- 
nomischen Phänomenen, auf welche sich die Aufmerksamkeit lenkte, 
teils die Perioden innerhalb eines Kalenderjahres, teils Perioden 
längerer Dauer. Man sucht dabei die Lehre von den Krisen, den 
guten und schlechten Zeiten zu unterbauen und womöglich Material 
zur Voraussage der Ereignisse im Wirtschaftsleben zu gewinnen. 
Mehrere Universitäten haben tatkräftig solche Untersuchungen, deren 
Ziel das „Business Forecasting“ ist, aufgenommen, und verschiedene 
Nationalökonomen und Statistiker sind eifrig mit solchen Problemen 
beschäftigt, so z. B. H. L. Moore und Warren M. Persons. 
Es handelt sich teils um Erhebung, Sichtung und Bearbeitung des 
Materials, teils darum, Formeln aufzufinden, welche bei den Unter- 
suchungen verwandt werden, Periodogramme, die normale periodische 
Bewegungen angeben können; man wird somit dazu imstande sein, 
lie Abweichungen der Beobachtungen von solchen Werten zu messen 
und näheren Erwägungen zu unterziehen. 
Da diese Untersuchungen zurzeit so jung sind, dürfte es noch 
verfrüht sein, eine Beurteilung zu versuchen. Sie haben jedenfalls 
die Wirkung gehabt, daß die gesamte Wirtschaftsstatistik jetzt viel 
rationeller behandelt wird als früher. Es versteht sich von selbst, 
laß die Entwicklung auf diesem Gebiete so besonders kräftig ge- 
wesen ist, weil heutzutage das Arbeitstempo überhaupt weit rascher 
ist als einst, und diese Untersuchungen haben den großen Vorteil 
gehabt, auf den theoretischen Fortschritten bauen zu können, welche 
auf anderen Gebieten der Statistik, besonders innerhalb der Be- 
völkerungsstatistik, gemacht worden sind. 
52. Vergleicht man den Zustand und die Lebensbedingungen 
der Statistik zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit den entsprechenden 
Verhältnissen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, kann man nicht um- 
hin, die ungeheuren Fortschritte, die diese Disziplin gezeitigt hat, 
bewundernd anzuerkennen. Wo man früher unsicher im Dunkeln 
umhertastete, da arbeitet man jetzt zielbewußt in schnellem Tempo; 
wo man in alten Tagen nur mit Mühe und häufig auf Umwegen 
sich das notwendige und oft sehr karge Material beschaffen konnte, 
Ja steht jetzt eine außerordentlich große Fülle von Beobachtungen 
— ein wahres embarras de richesses — zur Verfügung. Es steht 
somit das Horoskop der Statistik heute weit günstiger als damals, 
and im Spiegel des bereits Geleisteten wagt man, der statistischen 
Forschung eine glückliche Zukunft zu prophezeien.
	        
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