Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Der  Protektionismus

l'Economiste  européen.  Seine  Spezialität  sind  statistische  Studien.
Er  weiß  statistische  Materialien  mit  einer  Virtuosität,  die  jener
von  Yves  Guyot  in  nichts  nachsteht,  zu  handhaben  und  zu
interpretieren.  Gauwès  schrieb  über  Thérys  Methode  die
schmeichelhaften  Worte:  „Sie  erkennt  die  Souveränität  der  Tatsachen ­
  an  und  nimmt  in  allen  Dingen  das  Interesse  der  nationalen ­
  Arbeit  und  die  Entwicklung  der  Produktivkräfte  des
Landes  zur  Richtschnur“ 1 ).
Thérys  zahlreiche  Werke  sind  meist  gesammelte  Aufsätze,
die  zuerst  im  „Economiste  européen“  erschienen.  Dieser  veröffentlicht, ­
  neben  Thérys  endlosen  Artikelserien,  regelmäßige
Berichte  über  die  Effekten-  und  Produktenbörsen.  Er  dient  der
Propaganda  für  Bimetallismus  und  Protektionismus.
Eine  der  interessantesten  Artikelserien  Thérys  ist  die
unter  dem  Titel  „Histoire  économique  de  l’Angleterre,  de  l’Allemagne, ­
  des  Etats-Unis  et  de  la  France  de  1890  à  1900“  in  Buchform ­
  (Paris  1902)  erschienene.  Sie  bietet  eine  zusammenfassende
Darstellung  der  wirtschaftlichen  Entwicklung  der  genannten
vier  Mächte  im  letzten  Jahrzehnt  des  XIX.  Jahrhunderts,  und
sucht  die  Ursachen  und  wirtschaftlichen  Folgen  dieser  Entwicklung ­
  festzustellen.  Des  Verfassers  protektionistische  Anschauungen ­
  beherrschen  das  Gesamtbild 2 ).

0  Cauwès,  Vorwort  zu  Théry,  Les  Progrès  économiques  de  la  France,
Paris  1908.
2 )  Über  England  urteilt  Théry:  Durch  die  Krisis  der  Jahrhundertwende
wurde  das  englische  Portefeuille  stärker  betroffen,  als  das  der  andern  Mächte
Europas.  Die  neueste  Entwicklung  des  Imperialismus  scheint  zu  einer  Verringerung ­
  des  englischen  Außenhandels  führen  zu  wollen.  Die  Entwicklung  der  englischen ­
  Volkswirtschaft  in  dem  in  Betracht  kommenden  Zeitraum  wird  durch
zwei  Tatsachen  gekennzeichnet:  Die  progressive  Abnahme  des  Unternehmergewinns ­
  der  Industrie  und  die  progressive  Zunahme  des  Defizits  an  Nahrungsmitteln. ­
  Diese  beiden  Tatsachen  sind  wesentlich  der  deutschen  und  amerikanischen
Konkurrenz  zu  verdanken.  Während  Englands  Ausfuhr  nur  um  9,2  °/ 0  in  dem
betreffenden  Zeitraum  zunahm,  wuchs  der  deutsche  Export  um  30,9  %,  der  amerikanische ­
  um  59,9  "/g.  Wenn  jedoch  Amerika  England  die  Vorherrschaft  zur
See  nicht  abläuft,  so  werden  lange  Jahre  vergehen,  bis  England  seine  Reserven
an  Kapital  erschöpft.  In  Deutschland  hat  die  1879  eröffnete  Schutzzollära  Handel
und  Industrie  zu  unerhörtem  Aufschwung  geführt.  Deutschland  hat  aus  dem
methodischen  Ausbau  seiner  Schiffahrtsstraßen  und  seiner  Handelsflotte  bedeutenden ­
  Nutzen  gezogen.  Die  Kartellierungen  haben  vielen  Industriezweigen  eine
            
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