Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen 
die Interessen einander gegenübertreten, so findet doch anderer 
seits eine Annäherung und Harmonisierung der Gefühle statt. 
Besonders geschieht dies durch die Konversation, durch die 
gegenseitige Transfusion der Seelenzustände. Daher jene kon 
stante Gewohnheit sich untereinander zu vergleichen, sich geistig 
ineinander zu spiegeln, die bewirkt, daß die Menschen auf die 
Dauer von der Idee beherrscht werden, daß die Vorteile eines 
Geschäftes zwischen den vertragschließenden Parteien gleich zu 
teilen sind. Diese Gleichteilung der Vorteile oder auch der 
Nachteile ist ein höherer Optativ, den die nachahmende Sym 
pathie mit Notwendigkeit suggeriert. Der selbstischste Unter 
nehmer kann nicht umhin, in dem Augenblicke, wo er einen 
ungerechten Preis oder Lohn jemandem auferlegt, der ihn an 
zunehmen gezwungen ist, an die Beurteilung zu denken, die 
sein Handeln bei einem unparteiischen Dritten finden müßte. 
Der Unparteiische wird aber den Preis für gerecht halten, wenn 
in seinen Augen die beiden vertragschließenden Parteien bei 
dem Geschäfte die Befriedigung gleich intensiver, wenn auch 
unähnlicher Begehren finden . . .“ *). 
Von der Preistheorie geht Tarde über zu den äußern oder 
inter psychologischen wirtschaftlichen Gegensätzen. Sie umfassen: 
1. Die Kämpfe zwischen den Produzenten untereinander 
und zwar: a) zwischen Produzenten eines und desselben Be 
triebes (zwischen Arbeitern und Arbeitgebern) ; b) zwischen den 
Produzenten derselben Produkte innerhalb eines nationalen 
Wirtschaftsgebietes; c) zwischen Produzenten derselben Produkte, 
welche verschiedenen Volkswirtschaften angehören; d) zwischen 
Produzenten verschiedener Produkte. Letztere Konkurrenz 
erscheinung wird wenig beachtet, besteht aber dennoch, weil 
die verschiedenen Produkte sich um das Begehren der Kon 
sumenten streiten, wie auch die jeweiligen Anschauungen über 
die Geeignetheit gewisser Produkte zur Bedürfnisbefriedigung 
Änderungen unterworfen sind. 
2. Die Gegensätze zwischen den Konsumenten. Solche ent 
stehen: a) wenn welche sich den ausschließlichen Genuß ge 
wisser (seltener) Güter vorbehalten wollen; b) wenn eine Volks 
wirtschaft sich den ausschließlichen Genuß gewisser Güter sichern 
i) Tarde, loe. cit. Bd. II, p. 39—40.
	        
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