Geschichtlicher Überblick
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menschliche, eine sittliche Tatsache, die grundlegende Tatsache
des Wirtschaftslebens. Daraus folgt, daß der Mensch alleiniger
Faktor der Produktion ist, alles übrige ist nur Instrument
und Hilfsmittel. Wenn Boden, Kapital und Arbeit als gleichwertige
Produktionsfaktoren betrachtet werden, so liegt das an
ungenügender Berücksichtigung des ethischen Moments in der
Volkswirtschaft *).
Neben die Arbeit als Pflicht des wirtschaftenden Menschen
tritt zweitens die Pflicht der Voraussicht und drittens die der
Moralität. Die Voraussicht ist „die Bedingung aller Tugenden
und aller Güter, der Ursprung des nach der Arbeit wichtigsten
Produktionsinstrumentes: des Kapitals 2 ). Die Moralität ist die
Beobachtung derjenigen sittlichen Vorschriften im Wirtschaftsleben,
welche der gesunde Menschenverstand eines jeden für
bindend erkennt 3 ). Arbeit, Voraussicht und Moralität sind die
Vorschriften der individuellen Moral. Daneben gibt es auch eine
soziale Moral. Deren Vorschriften sind: eine negative „Achte die
Person deines Nächsten und alles, was deren Entwicklung begünstigt“,
und eine positive „Unterstütze tatkräftig die Entwicklung
deines MitmenschenV"-Baudrillart
hat den Versuch unternommen, die klassische
Lehre in ein ethisches Gewand zu hüllen und damit einige
Schroffheiten ihrer Gestalt auszugleichen. Bei seiner Leisetreterei
und seiner ängstlichen Rücksichtnahme auf die doktrinäre
Intoleranz der Orthodoxen mußte dieser Versuch kläglich
ausfallen. In wesentlich günstigerem Licht steht Bau drillart
als Wirtschaftshistoriker da. Aber auch hier fehlt ihm der Mut
oder die Kraft, seine geschichtlichen Erkenntnisse theoretisch
zu verarbeiten und zur Geltung zu bringen.
b ibid. p. 27, p. 151 ff.
2 ) ibid. p. 145.
b Die sittlichen Vorschriften, für deren Verbindlichkeiten Bau drillart
den gesunden Menschenverstand als Norm anruft, sind für ihn eigentlich
die der christlichen Moral. Er hat zwar seinem Spiritualismus eine Form
gegeben, die für alle und jede sittliche Anschauung passen soll. Im Grunde
aber ist es ihm um die christliche Moral zu tun. Vgl. Des rapports usw.
p. 145—147.
4 ) ibid. p. 146.