Ermüdungs-Tabelle
bei wechselnder Arbeit
soweit Angaben vorliegen:
Nach
Stunden:
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Immer
müde
Keine
Ermüdg. I
Altersklasse 20—25
4
1
18
12
5
45
4
—
—
62
>>
25-30
—
2
5
3
6
—
14
89
12
3
—
172
5>
30-35
2
—
14
8
1
6
—
81
4
7
—
69
55
35-40
8
4
4
22
17
34
23
108
34
19
—
227
55
40-45
—
2
5
—
14
1
7
3
—
—
—
20
55
45-50
5
12
4
2
6
14
—
18
2
—
—
6
15
24
33
35
62
67
49
344
56
29
—
556
4. Denken Sie bei Ihrer Arbeit, und an was denken Sie, oder
ist es Ihnen überhaupt unmöglich, dabei zu denken?
Ein Zwiegespräch unter Tage: „Kannst du denn gar nicht
mal über was anderes nachdenken, als wie immer hier in dem
verfluchten Elend mit deinen Gedanken herumwühlen? Kannst
du dich denn nicht mal über dieses miserable Arbeitsverhältnis
erheben und an deine Menschennatur in dir herantreten?“
Ein zweiter Bergmann: „Für so was habe ich gar keine
Lust und bring ich, gerad heraus gesagt, gar nicht fertig. Und
wenn ich hundsmüde von der Zeche nach Hause komme, lege
ich mich einfach langweg auf die Ofenbank und denk’ über
haupt an nichts.“ *
„An einen geistigen Höhenflug kann in dieser unleidlichen
Situation nicht gedacht werden,“ schreibt ein Hauer, „der Wür
gergriff der physischen Abspannung ertötet jede höherstrebende
Belebung. Ich denke nur an den Lohn, an den Hunger,
wenn der Verdienst sich verringert.“ Die Untersuchungen er-
* „Aus der Tiefe.“ Beiträge zur Seelen-Analyse moderner Arbeiter. Heraus
gegeben von Adolf Levenstein, Morgen-Verlag, Berlin W 9, 1909.
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