fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen 
Lehre Renenviers vor, die er mit großem apologetischen 
Geschick gewissermaßen als das natürliche, logische Ergebnis 
der ideengeschichtlichen Entwicklung entfaltet x ). 
Th. Funck-Brentano, ein geborener Luxemburger, zu seinen 
Lebzeiten Professor an der Ecole libre des Sciences politiques 
in Paris, hat, obwohl von Haus aus Philosoph, ein Lehrbuch 
der Nationalökonomie in Angriff genommen, von dem nur das 
erste Bändchen, welches die „Elemente“ der Wissenschaft be 
handelt, das Tageslicht erblickt hat 2 ). Es fußt auf evolutio- 
nistischer Grundanschauung, macht von den Analogien zwischen 
den Lebewesen und dem sozialen Körper nur diskret Gebrauch, 
und ist etwas oberflächlich und allzu knapp in der Beweis 
führung, was die Klarheit der Darstellung häufig beeinträchtigt. 
Neben einer im wesentlichen subjektiven Werttheorie 3 ) stellt 
Eunck 7 Brentano drei große Gesetze des Wirtschaftslebens 
auf: 1. die Koordination der Anstrengungen oder das Gesetz der 
Produktion ; 2. die Koordination der Bedürfnisse oder das Gesetz 
der Verteilung; 3. die Anpassung der Werturteile an die objek 
tive Brauchbarkeit der Dinge, oder das Gesetz des wirtschaft 
lichen und kulturellen Fortschritts der menschlichen Gesell 
schaften. 
ad. L Die Solidarität der Produktion und des Verbrauchs 
ist die bedeutsamste Tatsache des Wirtschaftslebens. Es gibt 
keine Produktion ohne Verbrauch, keinen Verbrauch, der nicht 
zugleich eine Produktion wäre. Die Solidarität von Produktion 
J ) Henry Michel, L’Idée de l’Etat. Essai critique sur l’histoire des théories 
sociales et politiques en France depuis la Révolution. Paris 1896, 3. Ausi. 1898. 
Wir müssen uns leider versagen, auf das vortreffliche Werk näher einzugehen, 
da uns dies zu weit von dem Thema der vorliegenden Arbeit abführen würde. 
2 ) Th. Funck-Brentano, Nouveau Précis d’Economie politique. Les Elé 
ments. Paris 1887. Demselben Verfasser ist eine neue, mit erläuternden Notizen 
versehene Ausgabe des „Traiclé d’Oeconomie politique“ von Montchrestien de 
Vatteville, Paris 1889 zu verdanken. 
3 ) Die Bedürfnisse allein bestimmen den Wert. Der Wert ist etwas 
wesentlich Persönliches. Es gibt allerdings auch einen „gemeinen“ Wert; dieser 
ist aber von dem persönlichen Wert nicht wesentlich verschieden, denn er be 
steht in dem übereinstimmenden Urteil, das eine Mehrheit von Individuen über 
ein Ding fällt. Funck-Brentano unterscheidet noch eine dritte Art von Wert, 
den „wirtschaftlichen“ oder „wissenschaftlichen“ Wert; dieser identifiziert sich 
jedoch mit der objektiven Brauchbarkeit eines Gutes. Funck-Brentano, Nouveau 
Précis, p. 52 ff, p. 100 ff.
	        
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