Dom Grundbesitz in den Vereinigten Staaten.
Kap. V.
zuin Abweiden tauglichen Hochebenen einbegreift. Und man muß sich
erinnern, daß viele dieser Ländereien, die in den Berichten als offen für
die Ansiedlung bezeichnet werden, noch nicht vermessener Grund und
Boden find, der durch Besitzanspruch oder Vormerkung angeeignet
wurde, was nicht eher zum Vorschein kommt, als bis das Land ver
messen worden ist. Kalifornien figuriert in den Büchern des Land
departements mit dem größten öffentlichen Gebiete, nämlich mit fast
{oo Millionen Morgen, etwa einem Zwölftel des gesamten öffent
lichen Gebietes. Allein davon wird durch Eisenbahnkonzessionen so
viel vorabgenommen oder in der oben besprochenen Weise soviel be
sessen, soviel besteht aus nicht pflügbaren Bergen oder Berieselung
erfordernden Ebenen, soviel wird durch die Pachtungen der Wasser
läufe monopolisiert, daß es tatsächlich schwer ist, dem Einwanderer
noch irgendeinen Teil des Staates zu zeigen, wo er Land nehmen
könnte, auf dem er sich niederlassen und eine Familie erhalten kann,
und so werden die Leute schließlich des Suchens müde und kaufen
Land oder pachten es auf Anteil. Natürlich besteht kein wirklicher
Mangel an Land in Kalifornien — denn, ein Reich für sich, wird es einst
eine Bevölkerung wie die Frankreichs erhalten — aber die Aneignung
ist dem Ansiedler vorangegangen und hält sich immer vor ihm.
vor einigen zwölf oder fünfzehn Jahren sagte der verstorbene
Ben Wade von Ohio in einer Rede im Vereinigten Staaten-Senat,
daß am Schlüsse dieses Jahrhunderts jeder Morgen gewöhnlichen
Ackerlandes in der Union so Dollar Gold wert sein würde. Es ist be
reits klar, daß, wenn er sich irrte, es nur darin war, daß er die Zeit zu
weit hinaussteckte, wenn die Bevölkerung der Vereinigten Staaten
in den vom jetzigen Jahrhundert übrig bleibenden 20 Jahren fortfährt,
in dem Maßstabe zuzunehmen, welchen sie, mit Ausnahme des den
Bürgerkrieg ausfüllenden Jahrzehnts, seit Gründung der Republik
eingehalten hat, so wird die Zunahme der jetzigen Bevölkerung etwa
fünfundvierzig Millionen betragen, eine Zunahme, die einige sieben
Millionen mehr beträgt, als die Gesamtbevölkerung der Vereinigten
Staaten nach Ausweis des Zensus von t8?0 und beinahe anderthalbmal
soviel als die gegenwärtige Bevölkerung Großbritanniens. Es ist keine
Frage, daß die Vereinigten Staaten die Fähigkeit haben, eine derartige
Bevölkerung und viele hundert Millionen mehr zu erhalten und sie
auch unter geeigneten sozialen Vorkehrungen in zunehmendem Wohl
stände zu erhalten; aber was wird angesichts einer solchen Bevölkerungs
vermehrung aus dem nicht angeeigneten öffentlichen Gebiete? Faktisch
wird bald nichts mehr da sein. Ls wird sehr lange währen, bis alles in
Gebrauch genommen ist, aber so wie wir voranschreiten, wird es sehr
kurze Zeit dauern, bis alles, was die Menschen brauchen können, einen
Eigentümer haben wird.
Aber die schlimmen Folgen davon, daß man das Land eines ganzen
Volkes zum ausschließlichen Eigentum einiger wenigen macht, warten
George, Fortschritt und Armut.
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