Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn. 31. Zahlung ciç tòv bcîva. 
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Abschnitt 31. 
Zahlung eîç tòv òeíva. 
In den Speicherbescheinigungen finden wir häufig die Formel 
)H€peTpnp€8a €iç tòv òeíva. Dieses *eîç’ zielt stets auf den Zah 
lungsempfänger hin^. 
Ostr. II 752 (122 v. Chr.) lautet: 
’'Etouç pn, TTaövi i«. Me(péTpnKev) eîç tòv èv Aiòç 
TTÓX(ei) Tpi pe(TáXTii) 0ri(craupòv) pr) (Itouç) eíç tò Ap- 
(pujveíov) [‘Hp]aKXeíÒTiç ’HpaKXeíòou (nupoO) Tpeíç fípiau, 
Y(ívovTai) (TTupoO) T (ppidu). (2. Hand) 
In diesem Beispiele haben wir zwei eîç, daher auch zwei 
Empfänger. Zunächst empfängt der Staatsspeicher die 31/2 Ar- 
taben; er ist aber nur Durchgangsstelle, er gibt das Getreide 
weiter an den Ammonstempel als den Endempfänger. Der 
Endempfänger ist hier eine Behörde, und zwar die priesterliche 
Behörde des Ammonstempels in Theben. 
Ostr. n 295 (ptolem. Zeit) lautet: 
’'Etouç kc, TTaxibv. Eî(Jpe(péTpriKev) eîç tòv èv Zu(nvni) 
eTi{craupòv) eíç Tpv èTriTpa(cptiv) toO aú(ToO) (Itouç) unèp 
TOÖ TÓTTou BifiTXiÇ TTeTeveq)ibTou uupoO àp(Tápaç) Tpeíç fípiffu, 
T(ívovTai) (uupoO) T (ppicFu). ApTeppç (TitoXóto[ç]. 
Auch hier finden wir zwei eîç und demzufolge zwei Emp 
fänger. Wiederum ist der erste Empfänger der Staatsspeicher 
als Durchgangsempfänger. Der Endempfänger heißt in 
diesem Falle f) èmTpatpf). Die èTriTpaçn ist eine Steuert An 
und für sich kann eine Steuer nicht Empfängerin ihrer selbst sein. 
Wie aber im Abschn. 36 näher auszuführen sein wird, hatte der 
‘ Über diese Frage vgl. auch Wilcken, Ostraka I S. 660 ; Grenfell und 
Hunt, P. Fay. S. 210 f.; P. Teb. II 365 Einl. S. 201 f. 
* An dieser Stelle steht der Sichtvermerk des Speicherverwalters. 
® Die èmypaqpú wurde in bestimmter Höhe jährlich ausgeschrieben, 
ihre nähere Bedeutung hat sich bisher nicht sicher ermitteln lassen. Grenfell 
und Hunt (P. Teb. I S. 40) vermuten unter ¿mypacpò an extra burden distinct 
from the ordinary taxes on land. Vgl. Jouguet, Chron. des Pap. II S. 57 Anm. 4 
(Rev. des Ét. anc. 1905); Wilcken, Ostraka I S. 194 ff. Mahaffy, P. Petr. Ill S. 24 
Z. 71 übersetzt 'émypaqpTÍ’ durch „corvée“. Otto, Priester u. Tempel II S. 57 
Anm. 2, sieht in der éiriypacpò die Bezeichnung einer Zuschlagszahlung zur 
Abgabe vom Landbesitze. 
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