Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  83.  Die  Vertragsmelderolle  des  Notariates.

429

für  die  Vertragsurschriftenrolle  wahrscheinlich  ist.  Die  letztere
wächst  von  Tag  zu  Tag  durch  Ankleben,  die  erstere  liegt  als  längere
Rolle  am  Monatsersten  unbeschrieben  fertig  vor.  Jeder  Vertrag,
der  an  die  Vertragsurschriftenrolle  angeklebt  wird,  wird  auszugsweise ­
  in  die  Vertragsmelderolle  übertragen.  So  wird  fortschreitend
bis  zum  Monatsende  verfahren.  Die  Auszüge  sind  meistens  kurzgefaßt; ­
  es  stehen  daher  gewöhnlich  viele  Auszüge  auf  derselben
Spalte.  Nach  Ablauf  des  Monates,  seltener  für  größere  Zeiträume,
wird  die  Vertragsmelderolle  von  den  Notariaten  des  Gaues  an  das
Besitzamt  eingesandt.  Da  in  der  Vertragsmelderolle  die  Auszüge
dicht  untereinander  angefügt,  also  gewissermaßen  „aneinandergereiht“! ­
  sind,  so  wird  die  Vertragsmelderolle  als  xò  eipopevov
bezeichnet  Kommt  die  Vertragsmelderolle  aus  einem  Girobanknotariate, ­
  so  heißt  sie  xò  eipópevov  xpaireíixiKÓv.
Derartige  für  das  Besitzamt  gefertigte  Vertragsmelderollen
besitzen  wir  z.  B.  in  P.  Fior.  I  24  und  25  (2.  Jahrh.  n.  Chr.).  Mit
Recht  bezeichnet  Mitteis  (siehe  Einl.  zu  Nr.  24)  die  Verträge,  um  die
es  sich  hier  handelt,  als  biaypacpai  xpanéZnç.  Die  Rollen  kommen
aus  einem  Girobanknotariate  des  arsinoitischen  Gaues.  Leider
sind  von  Nr.  24  nur  die  Zeilenanfänge,  von  Nr.  25  nur  die  Mittelteile ­
  der  Zeilen  erhalten.  Nr.  24  lautet:

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16

BißX[i]oq)0XaHi  èvKxiíueiov  Apmv[oixou
TT[apà  AioujKÓpou  Aiovuuíou  Zuu(JiKoö’jLt[iou  xoö  Kai
Tg  XLÙ  TOßi  privi  xoO  èvecrxihxoç  ò[
ã  [  ZaJpaTTÍuuvoç  pexà  Kup[íou
[  ]ú»paç  (pepvfiv  èqp’  éaux^  àpTu[píou
[  ]pouç  Zaßivou  pexà  Kupíou  xoO  (yuvY6v[oúç
[....]  (yuveiffxiÍK<e>i  àrpácpujç,  xai  èHeívai  èK[
[TTxjoXepaíoç  ‘ApuoKpaxíuJvoç  ’Apaßiujv[i
èm  UTTopg  xópxou  eiç  KOTrf|v  xai  HTipaO’[íav
[ATuGòjç  Aaípujv  ó  xai  Zuumxpáxriç  xúj  èx[
aòxòv  napà  xoO  AtuOoO  Aaígovoç
ß  ApTToxpaxíujv  Ndxupíuuvoç  Eòòai|nov[íòi  (?)
dtp’  nç  ô(peíX<e>i  qpepvfiç  èni  xf)  8uTax[pi
AtuGoç  Aaígujv  ó  xai  Eúòaípuiv  Ev[
àiTÒ  Maxeòóviuv  ibç  (èxôiv)  Ey  oúX(f))  Yaaxpox(viipíg)  òe-[Hig
  ....
Aeíoç  Mápuivoç  ‘Hpaiòi  x^  xai  Z[e]pa7To0xi  [
—  aúxf|v  Trapà  xoO]

*-  vgl.  oben  S.  413  und  406.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.