Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  I.  Staatsspeicher,  Staatskassen  und  Banken.

15.  f|  TpáTTcZa  TrXricriov  toö  'Eppaiou,  benannt  nach  dem
'Eppmov,  bezeugt  für  die  Zeit  um  158.
16.  f|  TparreCa  TTXaxíaç  fuiLivatríou,  benannt  nach  der
TtXaTÎa  fuiavacTíou,  bezeugt  für  die  Jahre  163  und  166;  vielleicht
übereinstimmend  mit  Nr.  9.
Das  ist  eine  stattliche  Anzahl  von  Banken  für  die  Gauhauptstadt ­
  des  Faijum.  Immerhin  wird  man  zu  berücksichtigen  haben,
daß  diese  Banken  nicht  sämtlich  gleichzeitig  vorhanden  waren;
die  eine  oder  andere  hörte  auf  zu  bestehen,  wieder  andere  taten
sich  neu  auf,  wie  das  im  Geschäftsleben  zu  geschehen  pflegt.
Einige  Inhaber  besaßen  ihre  Bank  lange  Jahre.  So  ist  Aíòupoç
für  die  Bank  im  Stadtteile  Opepei  für  die  Zeit  von  149  bis  167
nachweisbar  1.  Ein  gewisser  AióHevoç  ó  Kai  Zapanioiv  besaß  die
Bank  in  der  aioà  ’AGrjvdç  nachweislich  von  157  bis  166^,  ein
gewisser  MéXaç  die  Bank  gegenüber  dem  Tuxaîov  nachweislich
von  142  bis  150^  Etliche  Banken  bestanden  viele  Jahrzehnte;
so  ist  die  Bank  im  Stadtteile  dJpepei  von  der  Zeit  Trajans  bis  zum
Jahre  167,  die  Bank  Ayopaç  von  Hadrian  bis  151,  die  Bank  im
Stadtteile  fupvauíou  von  rund  140  bis  159,  die  Bank  in  der  crtoà
AGrjvâç  von  136  bis  166  nachweisbar.
Welche  Banken  gleichzeitig  nebeneinander  bestanden
haben,  ist  nur  in  wenigen  Fällen  sicher  zu  ermitteln,  da  die
Urkunden,  so  zahlreich  sie  auch  sonst  sind,  für  diese  Feststellung
noch  nicht  ausreichen.  Immerhin  läßt  sich  aus  der  Liste  B  ersehen,
daß  um  das  Jahr  147  sieben  Banken  für  Arsinoe  bezeugt  sind,
nämlich  die  Banken  im  dpqpoòov  Opepei,  Afopâç,  im  dpqpoòov
fupvacTíou,  in  der  atoa  ’AGrjvdç,  beim  Tuxaîov,  beim  Zeßacrieiov
sowie  die  Tapeiuuv-Bank  (Staatsbank).  Für  die  Jahre  vorher  und
nachher  gelingt  der  Nachweis  für  5,  4  und  weniger  Banken.
Es  ist  eine  eigentümliche  Erscheinung,  daß  nur  in  Arsinoe,
nicht  auch,  soweit  unsere  Kenntnis  reicht,  in  Oxyrhynchos  und
Hermupolis,  die  Gepflogenheit  besteht,  Privatbanken  nach  Stadtteilen ­
  und  Gebäuden  zu  benennen.  In  Oxyrhynchos  und
Hermupolis  werden  die  Privatbanken,  wie  das  in  Arsinoe  nur
gelegentlich  geschieht,  durchweg  nach  ihren  Inhabern  benannt*.
In  Oxyrhynchos  ist  die  Staatsbank  (r)  èni  toö  Zaparreiou  xpa-»
  CPR.  15  und  P.  Lond.  II  S.  221  Nr.  336.
*  P.  Lond.  II  S.  198  Nr.  320  und  S.  199  Nr.  333;  vgl.  CPR.  206.
«  P.  Teb.  II  398  und  395.
*  Ebenso  ist  es  in  Alexandreia  (Zeit  des  Augustus)  nach  Schubart,
Archiv  V  S.  130  Anm.  3.
            
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