Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
am Gesichtspunkte hänge, ob die Wissenschaft vom Menschheits 
leben im Sonderbegriffe gipfle oder im Artbegriffe. In ihrer einen 
Form würde sie zwar der Historie Schwester bleiben; alle Artbegriffe 
wären da ihr bloßes „Requisit“; genau so wie es „Volk“, „König“, 
„Verfassung“, „Krieg“ usw. für die Historie sind. Ihrer anderen Form 
nach aber würde sie in einem Begriffs-Systeme ihren Schwerpunkt 
finden, mithin den „systematischen Naturwissenschaften“, Zoologie, 
Botanik, Mineralogie, in irgendeiner Annäherung zur Seite treten. 
Allein, der Gedanke, daß ein solches Kippen des Gesichtspunktes, und 
mit diesen Folgen, innerhalb der Wissenschaft vom Menschheitsleben 
eintreten könnte, dieser Gedanke ist in sich unmöglich. Der 
Beweis ist bald geführt. 
Es war zu erwähnen, wie Menschheitsleben und Geschichte nur 
Kinder unserer Auffassung sind, und wie hinter ihnen gemeinsam die 
Welt des Handelns steht. Diese „Welt“ ist nun selber schon das Kind 
einer bloßen Auffassung; jener, deren Gegenstück die „Natur“ zum 
Kind hat. Diese wechselnde Auffassung bezieht sich auf unser ver 
schiedenes Verhalten gegenüber dem duldenden Erlebnis, den sich ab 
lösenden Empfindungen. Irgendwie müssen wir uns zu diesem 
duldenden Erlebnis verhalten. Bei ihm können wir niemals stehen 
bleiben, wie es uns gegenüber der Welt des Handelns möglich ist, 
ohne daß wir uns für die Wahl „Menschheitsleben“ oder „Geschichte“ 
entscheiden. Wenn wir uns dieser Wahl enthalten, so besagt dies nur, 
daß wir jene Welt nicht schon in ihrer All-Einheit begrifflich zu erfassen 
suchen; trotzdem bleibt sie uns vor dem Denken, im einzelnen, oder 
als Ding der bloßen Vorstellung. Aber für die Wahl: „Welt des 
Handelns“ oder „Natur“, da müssen wir uns entscheiden, oder wir 
müßten einfach zu denken auf hören. In diesem Sinne liegt 
hier ein starres Entwederoder der Auffassung vor. 
Sind daher auch „Welt des Handelns“ und „Natur“ nur „Gebiete“, 
so gewiß keine, die wir aus unserem Denken hinaus versetzen. Denn 
aus unserem Denken „hinaus“ geht der Weg notwendig schon ent 
weder in die Welt des Handelns oder in die Natur. 
Nun halte man sich die Hierarchie dieser Auffassungen und ihres 
Wechsels vor. Primär ist der Wechsel zwischen „Welt des Handelns“ 
und „Natur“. Sekundär ist der Wechsel zwischen „Geschichte“ und 
„Menschheitsleben“. Ein Wechsel, der innerhalb der Wissenschaft vom 
Menschheitsleben einträte, wäre etwas Tertiäres. Am primären 
Wechsel gabelt das Denken und sein Stoff; an der einen Zinke das 
zerfallende Denken und die Erscheinungen, an der anderen Zinke das 
unzerfällende Denken und die Erlebungen. Hiermit gabelt auch schon
	        
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