Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

sondern  auch  für  die  Verbilligung  des  Landtransportes  der  Fische
von  Vorteil.  Die  Bahnverwaltung  unterstützt  den  Seefisch  Versand
aus  wirtschaftlichen  und  humanitären  Gründen  in  dankenswerter
Weise  schon  jetzt.  Bei  Aufblühen  des  Geschäfts  und  wenn  ihr
ein  Großverlader  regelmäßig  größere  Transportmengen  zur  Verfügung ­
  stellt,  würde  es  in  ihrem  eigenen  Interesse  liegen,  noch
mehr  Entgegenkommen  zu  zeigen  und  Erleichterungen  zu  gewähren. ­

Um  die  Bildung  eines  solchen  großen  festen  Verbandes,  sozusagen ­
  eines  Fischereitrusts,  zu  ermöglichen  und  ihm  von  vornherein ­
  eine  gesunde  Basis  zu  schaffen,  müßte  der  bremische  Staat
einspringen.  Daß  er  ein  großes  Interesse  an  der  Kräftigung  der
Hochseefischerei  besitzt,  ist  ohne  weiteres  klar.  Wäre  doch  der
größer  werdende  Verkehr  für  die  Unterweserorte  überaus  wünschenswert, ­
  weil  er  dazu  beitragen  würde,  ihnen  neues  Leben  einzuhauchen,
ein  Umstand,  der  mittelbar  auch  von  den  Staatsfinanzen  angenehm
empfunden  werden  würde.  Allerdings  sind  Bremen  durch  den
Vertrag  vom  21.  Mai  1904  in  gewissem  Sinne  die  Hände  gebunden.
Verpflichtete  es  sich  doch  damals  Preußen  gegenüber,  in  dem
neuen  Hafengebiet  ohne  Zustimmung  Preußens  keinerlei  der  Hochseefischerei ­
  oder  dem  Fischhandel  und  deren  Nebenbetrieben
dienende  Einrichtungen  zu  treffen,  sind  doch  auch  im  alten  Hafengebiet ­
  solche  Einrichtungen  ohne  Zustimmung  Preußens  nur  in  ganz
geringem  Umfange  zugelassen.  Aber  wenn  es  sich  lediglich  um
Bestrebungen  betr.  Zusammenfassung  der  Gesellschaften  und  dadurch
ermöglichte  intensivere  Ausnutzung  bestehender  Einrichtungen
handelt,  so  ist  das  doch  etwas  anderes.
Die  Form,  in  die  der  Staat  seine  Hilfe  kleidet,  wäre  am
besten  vielleicht  die  der  Subvention,  sei  es  als  einmaliges  zinsloses
oder  mäßig  verzinsliches  Darlehen,  sei  es  als  jährlicher  Zuschuß.
Ein  Risiko  erscheint  für  ihn  ausgeschlossen.  Die  Lebensfähigkeit
eines  Großbetriebes  in  der  Hochseefischerei  steht  schon  bei  den
gegenwärtigen  Absatzverhältnissen  außer  Zweifel.  Wenn  sich  nun
die  Betriebsbedingungen  noch  verbessern,  so  ist  nicht  einzusehen,
warum  bei  einem  Hinterlande,  das  sich  bis  ins  Herz  Österreichs
erstreckt,  die  deutsche  Hochseefischerei  unter  Bremens  Führung
nicht  auf  die  Höhe  der  englischen  sollte  gebracht  werden  können.
Ist  sie  erst  einmal  fest  und  lebenskräftig  an  der  Weser  eingewurzelt,
dann  stellt  ihre  weitverzweigte  Organisation  ein  Bollwerk  dar,
das  von  der  Konkurrenz  nur  schwer  zu  erschüttern  sein  wird.
Allerdings  —  und  damit  komme  ich  wieder  auf  den  ersten
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.