Full text : A magyar korona országainak betegsegélyző pénztárai 1898-ban = Die Krankenkassen der Länder der ungarischen Krone im Jahre 1898

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zolle  von  einer  ganz  anderen  Seife  her,  als  in  der  Absicht
derjenigen  liegt,  welche  das  Schutzzollsystem  befürworten  ;  es
werden  direct  nicht  die  lmj*orte,  sondern  die  Exporte  vereitelt
und  erst  die  Unmöglichkeit,  die  fremden  Bezüge  durch  einheimische ­
  Waaren  zu  bezahlen,  verringert  diese.
Das  Ausland  nämlich  hat  durchaus  keinen  Drund,  die
durch  die  Zollpolitik  vertheuerten  Producte  des  „geschützten"'
Verkehrsgebietes  höher  zu  bezahlen;  es  wird  einen  grossen
Theil  der  Waaren,  die  es  vorher  dort  kaufte,  entweder  aus
anderen  Ländern  einführen  oder  selbst  erzeugen,  letzteres  um
so  leichter,  da  ja  der  Zoll,  der  auf  seine  Exporte  gelegt
wird,  bei  ihm  die  entgegengesetzte  Wirkung  üben  wird,  wie
im  Schutzzollande,  er  wird  nämlich  seine  Producenten  zwingen
billiger  zu  verkaufen  ,  als  sie  es  vordem  thaten.  Die  Erzeugnisse ­
  des  Schutzzollgebietes  werden  in  solcher  Art  von  den
fremden  Märkten  mehr  und  mehr  verdrängt  werden  und  dies
wird  allerdings  schliesslich  auch  dessen  Import  verringern.
Wie  man  sieht,  wird  schon  auf  dem  (ilebiete  des  Waarenhandels
  der  Schutzzoll,  weit  entfernt  eine  günstige  Bilanz
zu  erzwingen,  ganz  im  Cregentlieile  nach  Ueberwindung  der
ersten  vorübergehenden  Uebergangsconjuncturen  die  Bilanz
und  folglich  die  Wechselcourse  nur  noch  schlechter  machen.
Noch  deutlicher  zeigt  sich  dies  jedoch,  wenn  man  die  Bewegung ­
  im  Etfectenhandel  und  die  Bilanz  der  Dienstleistungen
mit  in  den  Kreis  der  Betrachtung  zieht.  Die  Vertheuerung
der  Production  wird  noth  wendigerweise  den  Zufluss  fremder
Capitalien  gegen  einheimische  Werthpapiere  unterbinden.  Der
Zinsfuss  der  Papierwerthe  wird  sinken  und  es  muss  daher  für
das  Ausland  minder  lohnend  werden,  seine  Capitalien  in  dem
betreffenden  Lande  arbeiten  zu  lassen.  Umgekehrt  wird  ganz
aus  der  nämlichen  Ursache  das  einheimische  Capital  die  Tendenz ­
  haben,  mehr  als  früher  der  Fall  war,  ins  Ausland  zu
strömen.  Es  wird  sich  also  die  Bilanz  im  Effeetenhandel  verschlimmern; ­
  diese  Verschlimmerung  findet  ihre  (Lenze  nur
darin,  dass  in  Folge  der  Erschwerung  aller  Production  die
inländischen  Capitalien  langsam  ei-  zunehmen  werden  als  zuvor ­
  und  dadurch  einerseits  der  Abfluss  einheimischer  Capitalien
verringert,  andererseits  das  Bedürfniss  nach  fremden  Capitalien
erhalten  wird.  Es  wird  dann  davon  abhängen,  ob  die  Unter-
            
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