Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

54

wird  mit  der  Zeit  ein  immer  größerer  Teil  des  aktiven  Tabakhandels ­
  dorthin  gezogen. 1 )
Schlimmer  sieht  es  mit  westindischen  Tabaken  aus.  Etwa
die  Hälfte  der  Domingoernte  z.  B.  kam  für  bremische  Rechnung
herüber,  nahm  aber  ausnahmslos  den  Weg  über  Hamburg,  dieser
Stadt  den  gesamten  Gewinn  an  Transport,  Versicherung,  Löschung,  Einlagerung, ­
  Yerkaufsgebühr  usw.  lassend.  Die  betreffenden  bremischen
Importeure  müssen  ja  schließlich  unter  solchen  Umständen  ihr
Domizil  wechseln.
Die  Gesamteinfuhr  Bremens  in  Tabaken  belief  sich  1909  auf
617  000  dz,  1908  auf  507000  dz,  1907  auf  638000  dz.  Der  Höhepunkt ­
  fiel  jedoch  schon  in  das  Jahr  1878  mit  689000  dz!  Der
bremische  Tabakhandel  hat  also  alle  Ursache,  nicht  auf  seinen
Lorbeeren  auszuruhen,  sondern  scharfe  Wacht  zu  halten.
Neben  Kaffee  und  Tabak  weist  die  brasilianische  Einfuhr
Bremens  in  nennenswerter  Menge  nur  Kakaobohnen  auf  {1908
für  3 1 / 2 ,  1909  für  3  Millionen  Mk.).  Die  Produkte  der  reichen
Niederungen  des  Amazonas,  besonders  Gummi  elasticum,  gehen
vorwiegend  nach  Hamburg.  Die  Ausfuhr  nach  Brasilien  setzt
sich  aus  allen  Arten  deutscher  Industrieerzeugnisse  zusammen,
aus  denen  vielleicht  Baumwollwaren,  Papier  und  Papierwaren,
Draht  und  Zement  hervorzuheben  wären.
3.  Handel  mit  Mittelamerika.
Über  Bremens  Handel  mit  Mittelamerika  und  Westindien
ist  dem  Gesagten  nur  wenig  hinzuzufügen.  Er  bewegt  sich  in
sehr  mäßigen  Grenzen.  Die  Umsatzziffern  sind  die  folgenden
(Wert  in  1  000  Mk.):
Tabelle  XX.

Jahr

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhrüberschuß

1869

11  554

2  536

9  018

1878

15  254

1  997

13  257

1888

10  854

1  883

8  971

1898

15  3°5

2  020

13  285

1903

12  835

4  676

8  159

1904

16  056

4  735

11  321

1905

16  569

6  163

10  406

1906

15  665

8  065

7  600

1907

16  652

8  634

8  018

1908

15  914

9  762

6  152

1909

16  564

12  655

3  909

*)  Amsterdam  macht  auch  Anstrengungen,  den  Handel  mit  Brasiltabaken  mehr
an  sich  zu  ziehen.  Mitte  1910  fand  die  erste  Einschreibung  in  dieser  Provenienz  dort
statt.  Ob  und  wie  weit  diese  Versuche  Erfolg  haben  werden,  steht  dahin.  Zu  unterschätzen ­
  sind  sie  jedenfalls  nicht.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.