Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Eisenjodür

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Eisenvitriol

und  scharfen  Geschmack  und  werden  ihres  großen ­
  Akonitingehaltes  wegen  gewöhnlich  zur  Darstellung ­
  dieses  giftigen  Alkaloids  sowie  von
Extractum  und  Tinktura  aconiti  benutzt.  In
neuerer  Zeit  sind  auch  japanische  Akonitknollen
unter  dem  Namen  Tsaou-woo  in  den  Handel
gekommen,  die  außer  Akonitin  noch  ein  anderes
Alkaloid,  das,  Japakonitin,  enthalten.
Eisenjodür  (Ferrojodid,  Jodeisen,  lat.  Ferrum ­
  jodatum,  frz.  Jodure  de  fer,  engl.  Iron  jodide)
  wird  durch  Glühen  von  Eisenfeile  mit
überschüssigem  Jod  und  nachfolgendes  Umkri
stallisieren  der  Schmelze  aus  Wasser  in  Form
blaßgrünlicher  Kristallkrusten  von  der  Formel
Fe) 2 -}-H 2 0  erhalten.  Das  wasserfreie  Salz  bildet ­
  ein  weißes  Pulver,  das  an  der  Luft  leicht
Feuchtigkeit  anzieht  und  dabei  grün  und  braun
wird.  Das  Salz  ist,  wie  seine  wäßrige  Lösung
(Liquor  ferri  jodati),  leicht  zersetzlich  und
wird  daher  zur  Erhöhung  der  Haltbarkeit  oft
mit  Rohrzucker,  Milchzucker  oder  Zuckersirup
versetzt.  Die  dann  erhaltenen  Präparate,  Ferrum ­
  jodatum  und  Sirupus  ferri  jodati,  finden ­
  in  gleicher  Weise  wie  die  wäßrige  Lösung
zur  Erzielung  vereinigter  Eisen-  und  Jodwirkung
medizinische  Anwendung.
Eisenmennige,  natürliches,  feingemahlenes
Eisenoxyd  (Blutstein),  oder  auch  unreines  Eisenoxyd ­
  mit  etwa  30%  Beimengungen,  wird  anstatt
der  gewöhnlichen  Mennige  zum  Anstreichen  von
Eisenkonstruktionen  benutzt.
E  senoxyd,  Eisensesquioxyd,  Fe 2 0 3 (lat.Ferrum ­
  oxydatum,  frz.  Oxyde  de  fer,  engl.  Oxyd
of  iron),  wird  gewöhnlich  als  Nebenprodukt  bei
der  Bereitung  des  Nordhäuser  Vitriolö  s  aus
Eisenvitriol  erhalten  und  auch  unter  den  Namen
Englischrot,  Polierrot,  Kolkothar,  Caput
mortuum,  Totenkopf  in  den  Handel  gebracht.
In  der  Natur  kommt  es  als  Blutstein,  Hämatit. ­
  Glaskopf  (lat.  Lapis  häematitis,  frz.  Hematile,
  engl.  Haematile)  oder  Roteisenstein
vor,  die  ebenfalls  einen  Handelsartikel  bilden,
^lan  benutzt  sowohl  dieses  natürliche  als  auch
das  künstliche  E.  als  Poliermittel  für  Glas,  Stahl
and  Goldwaren,  für  letztere  jedoch  am  liebsten
e, n  durch  Glühen  von  oxalsaurem  Eisenoxydul
mhaltenes,  sehr  zartes  E.  Ein  aus  gefälltem
Eisenhydroxyd  hergestelltes  E.  wurde  früher
a ' s  Crocus  martis  aperitivus  oder  Ferrum
°xydatum  fuscuin  medizinisch  verordnet,  wäh-’
 k e nd  das  jetzige  Ferrum  oxyd.  fuscum,  ein
otaunes  unlösliches  Pulver,  aus  Eisenoxydhydrat,
  Eisenhydroxyd  {'at.  Ferrum  hydri
cu m,  frz.  Oxyde  ferrique  hydratö,  engl.  Hydrated
Poroxyde  of  iron)  besteht.  Eine  in  Wasser  löshohe
  Modifikation  desselben,  das  dialysierte  E
dat.  Ferrum  oxydatum  dialysatum),  eine  dunkel
Pjaungelbe  Flüssigkeit  von  nur  sehr  schwachem
Eisengeschmack,  wird  als  leicht  assimilierbares
Eisenpräparat  medizinisch  verwandt.  Eisenocker, ­
  Eisensaccharat  (lat.  Ferrum  oxydatum ­
  saccharatum  solubile,  frz.  Oxyde  ferrique
?ucre  soluble,  engl.  Saccharated  peroxyde  of
Eon),  besteht  aus  Zucker  und  Eisenoxydhydrat.
Eis  Ferrum  oxydulatum  nigrum  oder  Äthi-?Ps
  martialis  (Eisenmoor)  wurde  früher  auch
-'senoxyduloxyd,  ein  feines,  schwarzes  Pul-Ver
 .  medizinisch  benutzt.

Eisenpulver.  In  der  Medizin  wie  im  chemischen ­
  Laboratorium  finden  zwei  Arten  des  fein
verteilten  metallischen  Eisens  Verwendung.
1.  Feingepulvertes  Schmiedeeisen  (lat.
Ferrum  puiveratum,  F.  limatum  seu  Limatura
ferri,  frz.  Fer  pulverist;,  engl.  Iron  powdered)
ist  ein  äußerst  feines,  schweres,  graues  Pulver
von  metallischem  Glanz,  das  in  gut  verschlossenen ­
  Flaschen  aufbewahrt  werden  muß.  Es  soll
frei  von  Rost  sein,  sich  in  verdünnter  Salzsäure
vollständig  lösen  und  dabei  nur  Wasserstoffgas,
nicht  aber  Schwefelwasserstoffgas  entwickeln.
Spuren  des  letzteren  Gases  fehlen  jedoch  fast
nie.  Das  Präparat  wird,  besonders  in  Tirol,
durch  Zerstoßen  des  Schmiedeeisens  und  Reiben
unter  Druck  hergestellt.  2.  Durch  Wasserstoffgas
reduziertes  Eisen  (lat.  Ferrum  hydrogenio  reductum,
  F.  reductum,  frz,  Fer  röduit  par  l’hydrogöne,
  engl.  Reducfed  iron)  ist  ein  graues,  glanzloses ­
  Pulver,  das  aus  reinem  Eisenoxyd  hergestellt ­
  wird,  Falls  man  zur  Gewinnung  des
Eisenoxydes  Eisensulfat  benutzt,  enthält  das
Endprodukt  gewöhnlich  noch  Schwefel.  Frei
von  Schwefel  läßt  es  sich  nur  gewinnen,  wenn
Eisenchlorid  als  Ausgangsmaterial  diente.  Das
reduzierte  Eisen  enthält  in  der  Regel  noch  Eisenoxyduloxyd, ­
  das  bei  höherem  Gehalte  eine
schwarze  Färbung  hervorruft,  und  soll  sich  in
Bromwasser  vollständig  lösen.  Für  medizinische
Zwecke  müssen  die  E.  frei  von  Schwefel  sein,
weil  sie  sonst  im  Magen  Schwefelwasserstoffgas
entwickeln.  Das  Ferrum  reductum  ist  ein  gut
verdauliches  Eisenpräparat.  Im  Laboratorium
dient  E.  als  starkes  Reduktionsmittel.
Eisensalmiak  (Ammoniumeisenchlorid,  lat.
Ammonium  chloratum  ferratum,  frz.  Muriate  de
fer  ammoniacal,  engl.  Ammoniachloride  of  iron),
ein  morgenrotfarbiges,  in  Wasser  leicht  lösliches
Kristallpulver,  besteht  aus  Eisenchlorid  und  Salmiak ­
  und  wird  gegen  Bleichsucht,  Rhachitis  und
Epilepsie  medizinisch  angewandt.
Eisehschwärze,  eine  zum  Schwarzfärben  benutzte ­
  Mischung  von  Eisenvitriol  und  Blauholzextrakt ­
  mit  Galläpfeln.  Bisweilen  wird  auch  eine
aus  holzessigsaurem  Eisen  bestehende  Beize  so
genannt.
Eisenschwarz  nennt  man  ein  als  Ofenschwärze
benutztes  Graphitpulver.
Eisensulfid  (Schwefeleisen,  lat.  Ferrum  sulfuratum,
  frz.  Sulfure  de  fer,  engl.  Sulfuret  of
iron).  Eisen  und  Schwefel  lassen  sich  zu  verschiedenen ­
  chemischen  Verbindungen  vereinen,
von  denen  einige  als  Mineralien  in  der  Natur
fertig  gebildet  Vorkommen.  Im  Handel  findet
man  von  den  künstlich  darstellbaren  nur  das
Einfachschwefeleisen,  Fe 2 S  (Eisenmonosulfid, ­
  Ferrosulfid),  das  durch  Erhitzen  von
3  Teilen  Eisenfeile  mit  2  Teilen  Schwefel  im
bedeckten  Tiegel  als  eine  dunkelbronzefarbene
bis  grauschwarze,  schwach  metallglänzende  Masse
erhalten  wird  und  zur  Darstellung  von  Schwefelwasserstoff ­
  in  großen  Mengen  Anwendung  findet.
Zweifach-Schwefeleisen,  vgl.  Schwefelkies.
Eisenvitriol  (Schwefelsaures  Eisenoxydul, ­
  Eisenoxydulsulfat,  Ferrosulfat,  Grüner ­
  Vitriol,  lat.  Ferrum  sulfuricum,  Vitriolum
martis,  frz.  Sulfate  ferreux,  Vitriol  vert,  engl.  Vitriol ­
  of  iron,  Green  vitrioI,  Ferrous  sulphate)
findet  sich  fertig  gebildet  in  der  Natur  nur  dort,
            
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