Hornblende
170
Hühnereier
für gewisse Zwecke durch eine besondere Be
handlung mit Öl durchscheinend gemacht. Sch ieß
lieh wird die Hornmasse auch verschiedentlich
gefärbt und gebeizt und namentlich durch Er
zeugung einer gefleckten Färbung zu, Schildkrot
gestempelt. — Hufe lassen sich wie Horn ver
arbeiten und werden besonders in Knopffabriken
durch Kochen erweicht, in Scheiben geschnitten
und durch Pressen geformt. — Hornspäne und
andere Abfälle dienen zur Darstellung von Tier
kohle, Blutlaugensalz u. dgl. sowie zum Ver-
stählen von Eisen und als Düngemittel. Unter
Umständen werden sie aber auch durch heiße
Pressung noch zu Dosen, Knöpfen u. dgl. ver
arbeitet. — Die Ochsenhörner, die in Deutsch
land selbst in großer Menge gewonnen werden,
bilden eine geringere Ware, von der nur die
Spitzen zu Hornarbeiten verwertet werden, hin
gegen kommen sehr viele und gute H. von den
Ebenen Südamerikas über Buenos Aires, Rio
de Janeiro usw. in den Handel, und auch Irland,
Rußland, die Schweiz, Spanien und Portugal lie
fern verschiedene Arten brauchbarer H. Das
Ochsenhorn zeigt eine glatte Oberfläche und
wechselnd graue, bräunliche oder weiße Farbe.
Besonders hell sind die fast bis zur Spitze
hohlen irischen H., die bei der Bearbeitung sehr
durchsichtig und daher für Plattenarbeit ge
schätzt werden. — Kuhhörner haben meist ge
ringeren Wert. — Die besonders großen amerika
nischen Bisonhörner, die immer seltener wer
den, sind von der Spi.ze zu einem Drittel schwarz,
im übrigen weiß gefärbt, besitzen ei.ie sehr feste
durchscheinende Masse und nehmen eine schöne
Beize an. — Büffelhörner, die in besonders
schönen Stücken aus Kleinasien und Indien,
aber auch aus Ungarn, der Walachei, Italien
und Spanien kommen, haben eine gedrückte,
fast dreikantige Form und eine dunkelbraune
oder schwärzliche Farbe. Wegen ihrer festeren,
feineren Masse und ihrer großen Politurfähig-
keit werden sie höher als Ochsenhorn geschätzt.
— Ziegen- und Widderhörner finden eben
falls Verwendung, besonders als Laternenhorn,
— Die hübschen schwarzen hakenförmigen Gems-
hörner sind beliebt für Stockkrücken, zu Spit
zen, Stiefelhaken u. dgl. — Die Hörner vom Gnu
und anderen Antilopen, vom Rhinozeros, Remi
tier usw. haben für unseren Markt keine Be
deutung.
Hornblende, ein außerordentlich weit ver
breitetes Mineral, das einen regelmäßigen Ge
mengteil zahlreicher Massengesteine (Syenit, Tra
chyt usw.) sowie von Gneis und Hornblende
schiefer ausmacht, auch selbst gesteinsbildend
als Hornblendefels auftritt, besteht im wesent
lichen aus einem Kalzium-Magnesiumsilikat,
welches gewöhnlich Eisen und Tonerde enthält.
Von den vielen Arten der H.; Grammatit,
Aktinolith (Strahlstein) usw., findet beson
ders der Asbest (s. d.) technische Anwendung.
Hubertus-Sprudel in Hönningen enthältnach
der Analyse von R. und H. Fresenius (1899) in
1000 Gewichtsteilen: Bikarbonate des Natriums
2,3129 g, Lithiums 0,0074 g, Ammöniums o.cotög,
Kalziums 0,7912 g, Bariums 0,0003 g, Stron
tiums 0,0051 g, Magnesiums 1,2088 g, Eisenoxy
duls 0,0211 g, Manganoxyduis 0,0007 g, Natrium
chlorid 1,3731g, Natriumbromid o,ooi6g, Na
triumjodid Spur, Sulfate des Kaliums 0,1377 g,
Natriums 0,2045 g, arsensaures Natrium 0,0015 g.
Natriumphosphat 0,0009 g. Natriumnitrat 0,0115 g.
Natriumborat 0,0010 g, Kieselsäure 0,0179 g, freie
Kohlensäure 0,8707 g.
Huflattich (lat. Folia farfarae, Herba farfarae,
frz. Feuilles de tussilage, engl. Cohsfoot leaves)-
Die getrockneten Blätter der ausdauernden, in
ganz Europa auf tonigem, aber kalkhaltigem Bo
den wachsenden Komposite Tussilago far-
fara mit niedrigem, weißfilzigem Stengel und
gelber vor den Blättern erscheinender Blüte be
sitzen eine rundlich herzförmige Gestalt, eine
schwach glänzende grüne Oberseite und weiß-
filzige Unterseite. Wegen ihres bitter zusammen
ziehenden, schleimigen Geschmacks bilden sie
einen Bestandteil des Brusttees. Auch die Huf
lattichblüten (lat. Flores farfarae, frz. Fleurs
de tussilage, engl. Coltsfoot flowers) werden
als Tee benutzt. Die verwandte Pflanze Tussi
lago Petasites, großer Huflattich, Pestwurz,
mit bedeutend größeren, nierenförmigen Blättern
und purpurfarbigen Blüten dient bisweilen zum
Verfälschen.
Hühnereier (lat. Ova gaüinacea, frz. Oeufs de
poule, engl. Pullet eggs), die als Nahrungsmittel
in erster Linie in Betracht kommende Sorte
Vogeleier, haben ein mittleres Gewicht von 53 g
(mit Schwankungen von 30—72 g), von denen
6 g auf die Schale, 31 g auf das Eiweiß und 16g
auf den Dotter entfallen. Die Schale besteht
aus ziemlich reinem Kalziumkarbonat mit gerin
gen Beimengungen von Phosphorsäure und Mag
nesia. Das Eiweiß enthält neben viel Wasser
85 c/o) fast nur Albumin. Hingegen bildet der
Dotter ein Gemisch der verschiedenartigsten
Verbindungen, aus denen sich der Organismus
des jungen Tieres aufbaut.- Die etwa i6°/o aus-
machende Stickstoffsubs'.anz s tzt sich der Haupt-
menge nach aus einer besonderen Eiweißart, Vi
tellin, zusammen, neben der nur geringe An
teile Albumin und Nuklein auftreten. Daneben
finden sich die wichtigen Stoffe Lezithin (Pro
tagon), Zerebrin und Glyzerinphosphor
säure, die auch im Gehirn Vorkommen, und
schließlich enthält das Eigelb noch ein charakte
ristisches Fett, ferner Cholesterin und Farb
stoff (Lutein). Der Gesamtnährstoffgehalt eines,
Eies beträgt rund 6°/o Sti :kstoffsubstanz und 6 °/o
Fett. Er ist also ziemlich beträchtlich, aber
keineswegs so hoch, daß die oft gehörte An
sicht, „ein Ei ist soviel wert wie V2 Pfd. Fleisch”
richtig wäre. Vielmehr entspricht der Nähr
stoffgehalt eines Eies nur demjenigen von Vs
Fleisch. Ebenso unbegründet ist die Behaup
tung, daß rohe Eier leichter verdaulich seien
als gekochte. Tatsächlich werden letztere, ge
nügende Zerkauung vorausgesetzt, ebenso leicht
und vollständig resorbiert. Das Haupterfordernis
für die Gebrauchsfähigkeit der Eier ist ihre un
verdorbene Beschaffenheit, d. h. sie dürfen weder
angebrütet, noch sich im Zustande sonstiger
Zersetzung (Fäulnis) befinden. Zur Prüfung der
Eier bedient man sich des Eierspiegels, dessen
Anwendung auf der Tatsache beruht, daß frische
Eier in der Mitte durchscheinend sind und ai»
breiten Ende noch keinen Hohlraum besitzen.
Ferner senkt man die Eier in to°/oige Koch
salzlösung, in der alte Eier schwimmen, oder