Full text: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

a 
Meliorationsverbände im Regierungsbezirk Königsberg . 
Gumbinnen . 
Alenstein. . 
» % Marienwerder 
Königsberg unterstehende Melio- 
1240 000 RM 
840000 „ 
320000 
300000 
dem Landeskulturamt 
rationsverbände 
400.0. 100000 „ 
zusammen . . 2800000 RM 
Auch die Flüssigmachung dieses Zwischenkredites hat sich durch den 
schwierigen Instanzenweg in die Länge gezogen, so daß bis zum 31. Dezember 1928 
erst, ein kleiner Teil zur Auszahlung gelangt war, obwohl der Zwischenkredit 
bereits im September 1928 zur Verfügung gestellt wurde. Der Zwischenkredit der 
Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt wird durch die Landesbank der Provinz Ost- 
preußen in Königsberg unter den von der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt 
festgesetzten Bedingungen weitergeleitet. Der Zinssatz für diesen Zwischenkredit 
beträgt 712%; jedoch werden die Zinsen durch die Zinsverbilligungszuschüsse des 
Reichs um 3.% auf 41% %. jährlich einschließlich Verwaltungskostenbeitrag er- 
mäßigt. Die Zwischenkredite werden voll ausgezahlt und mit einer Laufzeit von 
6 Monaten gewährt mit der Maßgabe, daß die Zwischenkredite in endgültige Kredite 
umgewandelt werden, sobald die Mittel aus der in Aussicht genommenen Anleihe zur 
Verfügung stehen. Irgendwelche Zusatzsicherungen werden von der Deutschen 
Rentenbank-Kreditanstalt nicht verlangt. 
Neben der Bereitstellung verbilligten Kredites muß die Gewährung erhöhter 
Beihilfen für Meliorationen gefordert werden. Trotz der ertragsteigernden Wirkung 
von Dränagen und anderer Meliorationen bedarf es eines Anreizes durch Ge- 
währung von Beihilfen, um größere Meliorationen, wie kostspielige Vorflut- 
beschaffungen, Deichbauten, umfangreiche Moorkultivierungen, auf eine wirtschaft- 
lich tragbare Grundlage zu stellen und die nicht unbegründete Abneigung gegen 
jede neue Belastung zu überwinden. 
Eine Überprüfung der Verteilung der für Meliorationen in Preußen gewährten 
Staate- und Provinzialbeihilfen läßt erkennen, daß das östliche Deutschland, 
namentlich Ostpreußen, gegenüber dem wohlhabenderen Westen vernachlässigt 
wurde. 
Nach den Angaben des Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen 
und Forsten hat der Preußische Staat für die Provinz Ostpreußen in den letzten 
Jahren insgesamt folgende Beihilfen zur Verfügung gestellt: 
1913 . . 499000 M 
1924 . . 221000 RM 
1925 . . 310000 „5 
1926 . . 534000 
1927 787825 
Von der Provinz sind für Meliorationen folgende Beihilfen gegeben worden: 
1913 . . 599000 M 
1924 . . 221000 RM 
1925 . . 310000 
1926 . . 534300 „ + 250 000 RM einmalige Provinzialbeihilfe 
1927 787 825 
+« 
Wie bereite betont wurde, wird es notwendig sein, die Höhe der jährlich zu 
gewährenden Baukostenzuschüsse auf mindestens 2 Mill. RM. zu erhöhen; daß 
dieser Betrag eine relativ bescheidene Summe ist, ergibt sich daraus, daß sie nicht
	        
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