Full text : Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

Die  Zementpreise  während  der  Zeit  der  Kartelle.

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Stande  kommen,  wenn  die  Geschäftslage  bereits  anfängt,  sich  zu
bessern.  Diese  Erscheinung  ist  daraus  zu  erklären,  daß  sich  die
Produzenten  in  der  schlechtesten  Zeit  zu  wenig  Nutzen  von  den
Kartellen  versprechen  und  eine  so  große  Produktionseinschränkung, ­
  wie  sie  nötig  wäre,  nicht  auf  sich  nehmen  wollen.  Ein
Zementkartell  kann  nur  von  Nutzen  sein,  wenn  auch  die  Nachbargruppen ­
  organisiert  sind,  bis  aber  von  so  vielen  Fabriken  die
große  Mehrzahl  bereit  ist,  für  die  Einigung  Opfer  zu  bringen,
müssen  sie  erst  schwere  Wunden  empfangen  haben;  das  gilt  besonders ­
  von  den  Außenseitern,  die  die  Krise  verschuldet  haben.
Es  würde  auch  tatsächlich  den  Kartellen  schwer  fallen,  bei  so
anarchischen  Zuständen,  wie  sie  z.  B.  1902  herrschten,  etwas  zu
erreichen;  erst  muß  sich  die  Lage  etwas  geklärt  haben.  Wenn
der  Absatz  wieder  zunimmt,  dann  sind  die  meisten  geneigt,  einen
Verband  zu  gründen,  um  dadurch  die  Besserung  auch  in  den
Preisen  auszunützen.
Schließlich  ist  noch  zu  erwähnen,  daß  Änderungen  in  der
Geschäftslage  für  gewöhnlich  nicht  sofort  zum  Ausdruck  kommen.
Das  liegt  an  der  Art  des  Verkaufes.  Schon  im  Herbst  wird  der
größte  Teil  der  Produktion  des  nächsten  Jahres  verschlossen.
Wenn  sich  nun  zu  Anfang  des  Jahres  die  Preise  heben,  vielleicht
infolge  einer  Kartellgründung,  so  müssen  zuerst  noch  die  billigen
Vorverkäufe  abgewickelt  werden,  so  daß  das  Erträgnis  dieses
Jahres  noch  nicht  besonders  günstig  sein  kann.
c)  Die  Zementpreise  während  der  Zeit  der
Kartelle.
Im  letzten  Kapitel  haben  wir  gesehen,  welch  entscheidenden
Einfluß  die  Kartelle  auf  die  wirtschaftliche  Lage  der  deutschen
Zementindustrie  gehabt  haben.  Der  wichtigste  Zweck  einer
Vereinigung  ist  nun  immer  der,  auf  die  Preisgestaltung  günstig
einzuwirken,  weshalb  ihre  Folgen  sich  naturgemäß  vor  allem  in
den  Preisen  zeigen  müssen.  Leider  stehen  uns  zur  Beurteilung
dieser  Wirkungen  zum  großen  Teile  nur  Submissionspreise  zur
Verfügung,  die  denen  im  gewöhnlichen  Verkehre  nicht  ganz
            
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