nichts tun, um die drohende Beschlagnahme seines Eigen—
tums zu verhindern, doch machte ich mir Andus wegen
keine Sorgen, der italienische Konsul konnte die Angelegen—
heit in Ordnung bringen. Ich ging zu einer anderen Gruppe
hinüber, in der große Aufregung herrschte. Ein Mann,
dem man ein eisernes Pferdegebiß gestohlen hatte, glaubte
es bei jemand gefunden zu haben. Der Tumult hätte nicht
größer sein können, wenn ein Mord auf offenem Marktplatz
zeschehen wäre.
Adum war, als ich ihn traf, fröhlich, doch befand er sich in
finanzieller Verlegenheit. Irgend jemand hatte ihm erzählt,
daß ein richtiger Abessinier drei Arten von Schammas be—
sitzen müsse: eine für den täglichen Gebrauch, eine für den
Sonntag und eine für Festtage. Da das Land und seine
Sitten es ihm angetan hatten, waren seine bescheidenen
Mittel bei der Beschaffung all dessen, was nötig war, um
ein echter Abessinier zu werden, draufgegangen. Ich glaube,
er wäre, obwohl Mohammedaner, ganz damit einverstanden
gewesen, wenn gerade der „Temkettag“ gewesen wäre, an
dem die Priester die Taufe St. Johannis dadurch symboli—
sieren, daß sie Wasser über die Menge aussprengen.
Völlig verständlich für mich war die Freude meines
Somaliboys über den Markttrubel und auch sein Wunsch,
in dem Drama und Karneval von Handel und Unterhaltung
mitzuwirken.
Die Umwandlung des unansehnlichen Ortes in eine be—
lebte Stadt war so anspornend und erzeugte einen Enthusias—⸗
mus, der mich veranlaßte, den Fitaurari auf dem Hügel auf—
zusuchen. Ich sagte ihm, daß dies der interessanteste und
belebteste Markt sei, den ich auf meinen sämtlichen Reisen
in der ganzen Welt gesehen hätte.
j0 Norden. Abessinien
145