Full text : Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

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Die  Zementpreise  während  der  Zeit  der  Kartelle.  67
hätten  also  mit  ihrem  heimischen  Preise  nicht  konkurrieren
können.  Infolge  der  erwähnten  Preispolitik  wären  sie  jedoch
sicher  bei  diesem  Verkaufe  um  20  Pfg.  und  mehr  heruntergegangen, ­
  der  mitteldeutsche  Preis  hätte  also  nicht  gehalten
werden  können.
Dritter  Fall:  Der  Preis  im  eigenen  Gebiete  ist  höher  als
in  dem  des  Bestimmungsortes.
In  Kassel  wird  Zement  gebraucht:
Preis  in  Rhein)and-Westfalen  ....  2,50  Mk.,
Fracht  von  dem  nächsten  Werke  .  .  .  0,38  „
Zusammen:  2,88  Mk.
Preis  in  Mitteldeutschland  2,91  Mk.,
Fracht  von  dem  nächsten  Werke  .  .  .  0,60  „
Zusammen:  8,51  Mk.
Gingen  die  mitteldeutschen  Werke  noch  um  63  Pfg.  mit  dem
Preise  herunter,  so  könnten  sie  ohne  Vertrag  den  rheinischwestfälischen ­
  Preis  drücken.  Tatsächlich  haben  sie  1904,  als
noch  freie  Konkurrenz  herrschte,  noch  billiger  angeboten,  ein
Beweis  dafür,  daß  es  ihnen  noch  möglich  wäre,  um  den  genannten ­
  Satz  billiger  zu  liefern.
Der  Berliner  Markt  war  bis  Ende  1905  noch  offen.  In  den
Jahren,  in  denen  auch  in  den  übrigen  Gebieten  noch  freie  Konkurrenz ­
  herrschte,  war  der  Berliner  Preis  immer  noch  etwas  höher
als  in  diesen,  obgleich  sich  in  Berlin  mehrere  Gruppen  im  Konkurrenzkämpfe ­
  trafen.  Das  ist  daraus  zu  erklären,  daß  die
Berliner  Fabriken  besonders  bei  dem  damals  wieder  steigenden
Bedarfe  nicht  allein  imstande  waren,  die  Nachfrage  ganz  zu  befriedigen, ­
  weshalb  der  Preis  immer  gleich  der  Summe  des  Preises
des  billigsten  zur  Deckung  des  Bedarfs  noch  nötigen  auswärtigen
Zements  und  seiner  Fracht  nach  Berlin  sein  mußte.  1905  war
der  Berliner  Markt  allein  noch  offen.  Die  Nachbargruppen  waren
gewöhnt,  ihre  Überproduktion  dort  abzusetzen  und  taten  das
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