166 Elftes Buch. Drittes Kapitel.
sohn des Königs Magnus und Vater eines Schwiegersohns
König Waldemars, der ein Schwager war König Hakons von
Norwegen: erst recht schien er jetzt zu einer Rolle in der
nordischen Politik bestimmt.
In der That hat er in dieser Richtung schon in den fünfziger
Jahren des Jahrhunderts eingegriffen. Bedeutend aber ward seine
Thätigkeit doch erst nach der hansischen Niederlage des Jahres
1362. Die Schweden, unzufrieden mit König Magnus, der
Schonen Aland und Gotland selbst mit Hilfe der deutschen
Städte nicht zurück zu erwerben gewußt hatte, beschlossen am
17. Februar 1864, ihn abzusetzen, und wählten in feierlicher
Versammlung zu Upsala auf Betrieb der Adelspartei und
unter vollster Zustimmung Herzog Albrechts dessen zweiten
Sohn, Albrecht, zum schwedischen König.
Der junge Albrecht kam mit einer stattlichen Schar deut—
scher Mannen und Fürsten unter Führung seines Vaters ins
Land; er wurde hoch aufgenommen; das Volk mit Ausnahme
der finnischen Schweden fiel ihm zu; ein Versuch der Könige
Hakon und Magnus, ihn zu stürzen, führte zu ihrer blutigen
Niederlage bei Enköping am Mälar und zur Gefangenschaft
des abgesetzten Königs. Albrecht stand auf der Höhe seiner
Macht.
Aber war diese Macht gefestigt? In der Klosterkirche zu
Doberan befindet sich ein Gemälde Herzog Albrechts und eine
Holzstatue seines Sohnes, des Königs. Wie sehr sticht die
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gestalt des Vaters mit dem imponierenden Blicke ab! König
Albrecht war nicht der Mann, ein Reich zu begründen. Nun
half ihm zwar sein Vater; aber auch er konnte gegenüber
erneuten Angriffen König Hakons, mit dem jetzt König Waldemar
verbündet auftrat, die deutsche Herrschaft nur durch starke
Zugeständnisse an Land und Leuten fristen. Im Innern aber
machte sich der massenhaft einströmende deutsche Adel bald so
verhaßt, wie er es früher in dem Dänemark des Holstengrafen
Gerhard gewesen war: er wurde mehr als reichlich mit Gütern
helehnt, und die Schweden fragten sich, ob über ihnen auf dem