Full text: Die Eisenindustrie in Südrußland

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hülfe der russischen Aktiengesellschaft Brjausk, gegründet wurde. 
Diese übertrug alle ihre Pachtungen und besonderen Einrichtungen 
nicht weit von Kertsch an die neue Gesellschaft für 5000000 ßbl. 
Aktien. Die Gesellschaft wurde mit einem Gesamtkapital von 
9999937 ßbl. gegründet. Das sehr unsolid fundierte Unternehmen 
ging bei der ersten Krisis zugrunde. 
3. Allgemeine Lage der Werke. 
a) Eigentumsverhältnisse. 
Schon aus der Betrachtung der einzelnen südrussischen Eisen 
werke ist klar ersichtlich, daß sie alle in der Hochkonjunktur der 
90er Jahre eifrig bestrebt waren, eigene ßobstoffe zu bekommen, 
insbesondere eigene Eisengruben in Krivoj-ßog. Dieses Streben ist 
verständlich, wenn berücksichtigt wird, daß die Krivoj-ßog-Eisen 
erze die wichtigste Grundlage der Eisenproduktion Südrußlands 
sind, und dieses Bestreben wird besonders einleuchtend, da schon 
am Ende der 80 er Jahre eine Tendenz zur Monopolisierung bei 
Jer Krivoj-ßog-A.-G. sich geltend machte. Wie intensiv dieses 
Bestreben war, zeigt die Tatsache, daß z. B. die Brjansk-A.-G. da 
mals etwa 3000 Dessjatinen fast noch nicht untersuchten Bodens 
bei Krivoj-ßog gepachtet hat 1 . Einige vorsichtige Gründer be 
mühten sich, zunächst Eisenerzlager zu pachten und erst dann zur 
Gründung der Werke überzugehen. Dieses Streben ist besonders 
am Ende der 90er Jahre ersichtlich; welche Spekulation damals 
herrschte, bestätigt die Tatsache, daß im Bezirke Krivoj-ßog im 
Jahre 1899 allein 222 Pachtkontrakte seitens der Behörden ge 
nehmigt wurden. 
Die Pachtzinsen sind sehr verschieden, von 0,25 Kop. pro ge 
wonnenes Pud bis 3 Kop. Außerdem garantierte man gewöhnlich 
ein bestimmtes Minimum jährlicher Abzahlung. Oft mußte der 
Pächter auch eine Summe baren Geldes bei Schließung des 
Kontraktes zahlen. Wenn das Grundstück von der Gemeinde ge 
pachtet wurde, mußte der Pächter manchmal für die Bauern der 
betreffenden Gemeinde als Ersatz für das gepachtete ein anderes 
Grundstück kaufen. Die Pachtverträge werden gewöhnlich auf 10 
bis 30 Jahre abgeschlossen. 
Cordeweener schätzt die Gesamtmenge der in Krivoj-ßog 
vorhandenen Eisensteinlager auf 73140 000 t. Davon waren am 
Ende der 90 er Jahre in Händen der Eisenaktiengesellschaften etwa 
39 981000 t, also etwas mehr als die Hälfte des Vorrates 1 2 . Von 
1 Basson, Gründungstätigkeit in den südrussischen Eisenwerken, Gorn. 
Journ. 1890, S. 9 (russisch). 
2 Cordeweener, a. a. O., S. 228.
	        
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