Object: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Spiritus, Branntweine und Liköre. 
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gefüllt, daß nach Eintauchen des Apparates in Wasser von 15° der Teilstrich in 
der Mitte zwischen dem oberen und unteren Meniskus liegt. 
Auf diesen schüttet man den mit Schwefelsäure versetzten 30 °/ 0 -igen Spiritus, 
der die Temperatur von genau 15 0 haben muß, verschließt mit einem Korkpfropfen 
(nicht Kautschuk) und läßt nun die gesamte Flüssigkeit durch Umkehrung des 
Apparates in die obere Birne laufen. 
In dieser wird die Flüssigkeit 2—3 Minuten geschüttelt, alsdann der Apparat 
in Wasser von 15 0 gestellt und die Scheidung des Chloroforms von der spirituösen 
Flüssigkeit abgewartet. 
Durch nochmaliges Zurückfließenlassen des Chloroforms in die Birne und 
einiges Drehen des Apparates um seine Achse lassen sich die letzten Tröpfchen 
des Chloroforms in kurzer Zeit sammeln, so daß das Ablesen der Chloroform 
vermehrung nach einer halben Stunde erfolgen kann. 
Man achte indes stets daranf, daß das Kühlwasser, in welches der Apparat 
eingetaucht bleibt, in seiner ganzen Höhe genau die Temperatur von 15° behält. 
Es ist zu berücksichtigen, daß Chloroform beim Schütteln mit verdünntem 
reinem Weingeist auch aus diesem einen gewissen Prozentsatz Alkohol aufnimmt, 
also sein Volumen vergrößert. 
Die Volumzunahme des Chloroforms wird bei Anwendung von 30 °/ 0 -igem 
reinen Spiritus vom Kaiserlichen Gesundheitsamte zu 1,64 com angegeben, während 
Stutzer und Eeitmair dieselbe zu 1,4 fanden. 
Jedenfalls liegt diese Differenz an dem verwendeten Chloroform und dem 
zur Verdünnung genommenen Spiritus. 
Bei einer genauen Prüfung ist daher für jedes Chloroform und jeden Apparat 
der Sättigungspunkt des auf 30 Volumprozente gestellten reinen Alkohols festzustellen 
und die gefundene Volumvermehrung (b) von der nach dem Ausschütteln mit dem 
geprüften Branntwein (a) in Abzug zu bringen. 
Der der Volumvermehrung des Chloroforms entsprechende Gehalt an Amyl 
alkohol bei Anwendung von 50 ccm 30 volumprozentigen Alkohols unter Zusatz von 
1 ccm Schwefelsäure (spezifisches Gewicht 1,286) bei 15° ist folgender: 
Volumvermehrung 
des Chloroforms 
Gehalt an Amyl 
alkohol in den 50 ccm 
0,01 ccm Chloroform 
vermehrung entspricht 
30 °/ 0 -igem Alkohol 
Amylalkohol 
0,20 ccm 
0,1 ccm 
0,0050 ccm 
0,35 „ 
0,2 „ 
0,0067 „ 
0,60 „ 
0,3 „ 
0,0060 „ 
0,65 „ 
0,4 „ 
0,0062 „ 
0,80 ., 
0,5 „ 
0,0063 „ 
0,95 „ 
0,6 „ 
0,0063 „ 
1,10 „ 
0,7 „ 
0,0064 „ 
1,25 „ 
. 0,8 „ 
0,0064 .. 
1,40 „ 
0,9 „ 
0,0064 „ ' 
1,55 „ 
1,0 „ 
0,0066 „ 
Die aus vorstehender 
Tabelle sich ergebende 
Menge an Fuselöl muß. 
sich auf 50 ccm des Destillates und auch des angewendeten Branntweins bezieht, 
mit 2 multipliziert werden, um den Volum-Prozentgehalt des ursprünglichen Brannt 
weins an FuselöJ zu finden. 
Zur Ermittelung der Gewichtsprozente Fuselöl in 100 Gewichtsteilen Alkohol aus 
der Yolumenzunahme des Chloroforms kann folgende Tabelle dienen: 1 ! 
9 Vergl. die steueramtl. Verordnung in Zeitschr. f. anal. Chemie 1892, 31, Anhang, 2.
	        
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