Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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jetzt  in  vielen  Werken  eingeführt  ist.  Außerdem  kommt  die  Ausnutzung ­
  der  Schichtgase  in  Betracht  usw.
Halbzeugproduktion.  In  den  südrussischen  Werken  sehen
wir  zwei  besondere  Arten  der  Gußmetallgewinnung:  das  Konwerterverfahren
  (Thomas-  und  Bessemerprozeß)  und  das  Flammofenverfahren
  (Martinprozeß).  Folgende  Tabelle  gibt  uns  eine  Vorstellung
über  die  Verbreitung  dieser  verschiedenen  Produktionsarten 1 :

Art

Zahl

Produktionsfähigkeit ­

in  1000,  P.

Tatsächliche
Produktion
(im  Jahre  1908)
in  1000  P.

°/o  der
Produktionsfähigkeit ­


Martinöfen

73

84  700

61180

72,2

Bessemerbirnen

21

60400

20760

34,5

Thomasbirnen

7

12000

6631

55,2

Insgesamt

101

157100

88572

56,4

Das  Martinverfahren  hat  also  die  größte  Verwendung  in  Südrußland. ­
  Hier  ist  auch  bemerkenswert,  daß  der  Ausnutzungsgrad
der  Martinöfen  größer  ist  als  bei  den  Thomas-  und  besonders
Bessemerkonwertem.  Die  letzteren  stellen  nur  ein  Drittel  der  möglichen ­
  Produktion  her.  Das  hängt  zum  Teil  davon  ab,  daß  die
Bessemerkonwerter  hauptsächlich  für  die  Schienenherstellung  erbaut
wurden;  die  Werke  mußten  aber  später  hauptsächlich  zum  Marktsortiment ­
  übergehen,  für  welches  der  Martinprozeß  sich  besser  eignet,
und  so  müssen  die  Bessemereinrichtungen  zum  Teil  unausgenutzt
bleiben.  Außerdem  ist  mau  in  der  letzten  Zeit  zu  der  Ansicht  gekommen, ­
  daß  auch  der  Thomasstahl  (weicher)  für  die  Schienenpröduktion
  ganz  gut  verwendbar  sei.
Fertige  Fabrikate.  Der  dritte  technische  Prozeß  ist  die
Herstellung  dos  fertigen  Fabrikates.  Die  russische  Eisen  Statistik
unterscheidet  noch  ferner  eine  vielte  Kategorie  —  die  Herstellung
von  Metallerzeugnissen  mit  den  Unterarten:  itoheisenguß,  Stahlund
  Eisenerzeugnisse,  gemischte  Erzeugnisse.  Die  Herstellung  von
fertigem  Stahl  und  Eisen  vollzieht  sich  in  Südrußland  durch  die
Walzung.  „Mit  der  allgemeinen  Verbreitung  des  Gußmetalls,  schreibt
Tieme,  werden  die  Walzmaschinen  die  Hauptwerkzeuge  der  Walzwerke. ­
  Die  Dampfhämmer  und  die  Schmiedepressen  finden  jetzt
keine  weitere  Verwendung.“  Jn  den  Walzwerkstätten  wird  in  der
letzten  Zeit  vielfach  elektrische  Kraft  verwendet.  In  einem  Eisenwerke ­
  (Douez-Jurjewka)  kommt  auch  die  Walzung  einiger  Sorten
mit  Hilfe  elektrischer  Kraft  vor.

1  Eisenindustrie  in  Südrußland.  Statist.  Sammelb.  1908.
            
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