Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Hart  genug  fiel  die  Strafe  aus.  Unter  den  vielen  schweren
Bedingungen,  welche  der  Stadt  auferlegt  wurden,  war  wohl  die
schmerzlichste,  dass  man  den  wackeren  Streiter  für  die  Sache
des  Protestantismus,  Schertlin  von  Burtenbach,  preisgeben
musste.
Während  der  Kaiser  dann  nach  dem  Norden  zog,  um  den
Kurfürsten  von  Sachsen,  Johann  Friedrich,  zu  demütigen,
kehrte  Paumgartner  nach  Augsburg  zurück  und  machte  Entschädigungsansprüche ­
  an  die  Stadt  wegen  der  Wegnahme
seiner  Güter  und  „anderer  zugefügten  Schmach  und  Schäden
halber“.  Er,  der  reiche  Kaufherr,  forderte  von  der  an  sich
schon  schwer  gebrandschatzten  Stadt  6000  fl  und  wandte  sich
in  einer  Supplikation  an  den  Kaiser,  der  hierauf  eine  Kommission
zur  Untersuchung  der  Klagen  einsetzte.  „Dieselb  clag  und  die
vorige  suplication“,  schreibt  der  Chronist  Langenmantel,,,  [waren]
warlich  dergestalt  gestellt,  dass  sie  ainem  eerliebenden,  erbern
und  redlichen  burgersmann,  der  seine  bürgerliche  aid  alle  jar
geschworen  und  ein  unerlassner  burger  noch  ist,  nit  wol  gezimbt
und  seiner  aidspflicht  zue  nah  und  nit  wol  verantwurtlich.“
Schliesslich  stand  Paumgartner  von  seiner  Geldforderung  ab
und  begnügte  sich  mit  einigen  Zugeständnissen.  „Das  seind
fürwar  frembd  hendel,  die  vor  erbern  leuthen  seltzam  zue
hören  seind,“  meint  der  genannte  Chronist 1 ).  Und  in  der  Tat
erscheint  das  Benehmen  Paumgartners  gegen  die  Stadt,  besonders ­
  wenn  man  es  mit  der  Haltung  Anton  Fuggers  vergleicht, ­
  wenig  vornehm.  Die  Stadt  war  offenbar  im  Recht,
wenn  sie  gegen  den  ungehorsamen  Bürger  vorging,  der  trotz
seines  Freiherrntitels  und  seiner  Schlösser  noch  immer  gehalten
war,  die  Verfassung  der  Stadt  zu  respektieren,  solange  er  sein
Bürgerrecht  nicht  aufgegeben  hatte.  Letzteres  zu  tun,  hinderte
ihn  aber  sein  Handel,  der  in  dem  Masse,  wie  Paumgartner  ihn
übte,  nur  in  Augsburg  möglich  war.
Mit  innerer  Genugtuung  mag  Paumgartner  dem  Einzug
Karl  V.  (23.  Juli  1547)  beigewohnt  haben,  der  nach  Augsburg
zur  Eröffnung  des  Reichstags  kam.  Ausser  der  einstweiligen
Lösung  der  religiösen  Fragen  brachte  dieser  für  die  Stadt
*)  Anton  Fngger  selbst  weigerte  sich,  zwischen  der  Stadt  und
seinem  „ungetreuen  Schwager“  zu  verhandeln  (Ztschr.  d.  Hist.  Ver.  f.
Schw.  u.  Nbg.  I  S.  309),  und  Herbrot  meinte  angesichts  dieser  unfreundlichen ­
  Haltung  Paumgartners:  „das  heisst’s  Vaterland  geliebt!“  (ebenda).
y  *
            
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