Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

- iog 
Die Beschäftigung mit der Politik machte einen grossen Teil 
der Tätigkeit der beiden Paumgartner in den folgenden Jahren 
aus. Durch die Erziehung, die ihnen zuteil geworden war, 
wurden sie ja auch darauf besonders hingewiesen 1 ). 
Vor allem David Paumgartner, dessen Schicksale wir nun 
zunächst näher ins Auge fassen, wandte sich bald vollständig 
der Politik, dem Hofleben und dem Verkehr mit dem Adel zu. 
Sein Bürgerrecht in Augsburg gab er auf und lebte auf seinen 
Hohenschwangauer Besitzungen. Der jüngste von Hans Paum- 
gartners Söhnen, besass er einen ehrgeizigen Charakter und 
fühlte sich am wohlsten in der Nähe des Kaisers, wo er am 
ersten Gelegenheit fand, Einfluss zu gewinnen. Er setzte die 
schon von seinem Vater betriebene Politik — Unterwerfung 
der schwäbischen Reichsstädte unter Karl V. — fort und be 
teiligte sich lebhaft an den Verfassungsänderungen, die dort 
der Schmalkaldische Krieg zur Folge hatte. So setzte er im 
Oktober 1551 zusammen mit Heinrich Hasse in Kaufbeuren 
an die Stelle des Zunftregiments eine aristokratische Ver 
fassung 2 ). Im Jahre 1553 verwendete ihn dann Karl V. als 
Vermittler bei seinen Bemühungen, Schertlin von Burtenbach, 
der in französische Dienste getreten war, wieder zu versöhnen. 
Paumgartners Mission hatte Erfolg, und Schertlin kehrte nach 
Deutschland zurück, wo er in alle seine Güter wieder eingesetzt 
wurde (Juni I553) 3 )- Durch solche glücklich durchgeführte 
Aufgaben erwarb sich David Paumgartner die Gunst des 
Kaisers und Königs im höchsten Masse. Im Jahre 1558 nennt 
ihn der venezianische Gesandte Mocenigo eine Persönlichkeit 
von so grossem Einfluss, wie ihn die Fugger nicht besitzen. 
Auch in Geldangelegenheiten wurde er noch benützt. Im 
Jahre 1555 beliefen sich die Schulden, die die Habsburger noch 
bei ihm hatten, auf 38 200 fl 4 ). 
Frankf. a. M. 1747. 3. Teil S. 42 (Abschied vom 25. September 1555). 
Ebenso steht ihr Name unter dem Reichstagsabschied zu Regensburg 
vom 16. März 1557 (ebenda S. 152). 
x ) David war auch Inhaber des Erbmarschallamtes des Bistums 
Augsburg. 
2 ) Steichele: Bistum Augsburg, Bd. 6 S. 3x1, und die S. 310 
Anm. 179 angegebene Literatur. 
3 ) Ottmar F. H. Schönhut: Leben u. Thaten des . . . Se 
bastian Schertlin v. Burtenbach. Münster 1858 S. 105. 
*) Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen Bd. 22 S. 97.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.