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hoffte, von dem als reich bekannten Paumgartner noch grössere
Summen für seine Zwecke erlangen zu können. Aber die dies
bezüglichen Verhandlungen zerschlugen sich, da Paumgartner
als Geldgeber bald nicht mehr in Betracht kommen konnte 1 ).
Dafür suchte man ihn für die Zwecke der Adelsverschwörung
in anderer Weise dienstbar zu machen. Er blieb während der
Jahre 1562 bis 1564 in Korrespondenz mit Grumbach und dem
Herzog Johann Friedrich von Sachsen und machte diesem
wiederholt Mitteilung über seine alchemistischen Versuche.
In seiner Verzweiflung hatte sich nämlich der Sohn jenes Mannes,
der einst aus den Bergwerken Tirols Tausende von Mark Silbern
geholt hatte, der Goldmacherkunst in die Arme geworfen. In
einem Schreiben vom 23. Oktober 1564 klagte er über seine
drückenden Schulden und die Versuche des Markgrafen von
Brandenburg, Hohenschwangau an Bayern zu verkaufen 2 ).
Er bat dann den Herzog von Sachsen, sich für ihn beim Mark
grafen zu verwenden und ihm zu raten, wohin er sich wenden
solle, „wenn er sich eine Zeit abwegs tun wolle“. Was letzteren
Punkt betrifft, so hatte Grumbach für ihn bereits einen Auftrag:
er sollte an den Hof des Kaisers sich begeben und diesen ins
geheim in die Bestrebungen des fränkischen Ritters einweihen.
Paumgartner begab sich hierauf Ende April 1565 in die Nähe
Grumbachs und übernahm die Mission nach Wien 3 ). Vom
Mai 1565 bis März 1566 weilte er am Kaiserhofe, wo er zugleich
auch eigene Angelegenheiten, die seinen Gantprozess betrafen,
erledigte. Nach seiner Rückkehr von Wien, wo er natürlich in
der Grumbachschen Sache nichts ausrichtete, blieb er in der
Nähe des aufständischen Ritters und wurde wie dieser in die
Reichsacht erklärt. Rasch folgten sich nun die Ereignisse
und das Verhängnis brach über die Häupter Grumbachs und
seiner Anhänger herein. Die Stadt Gotha, in der sich an Herzog
Johann Friedrichs von Sachsen Seite die Aufrührer verschanzt
hatten, wurde von Kurfürst August von Sachsen als dem Voll
strecker der Acht belagert (24. Dezember 1566). Die Festung
Grimmenstein wurde erstürmt und Grumbach mit seinem
Anhang, darunter auch David Paumgartner, gefangen ge
nommen. Man erzählte sich, dass der letztere beim Abzug des
*) Ortloff I S. 241 ff.
a ) Ebenda II S. 331.
3 ) Ebenda II S. 332 ff.