Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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wig d. J. bereits im Jahre 1445 starb, so hörten die Beziehungen 
zu den Wittelsbachern zunächst wieder auf. 
Dagegen lassen sich etwa zehn Jahre später Verbindungen 
unseres Nürnberger Handelshauses mit der Kurie nach weisen. 
Als Schutzherr der abendländischen Christenheit hielt sich 
der Papst nach dem Fall Konstantinopels für verpflichtet, dem 
weiteren Vordringen der Türken gegen Westen entgegenzu 
treten, da die weltlichen Mächte, voran der Kaiser, versagten. 
Calixt III. (1455—1458) griff diesen Gedanken mit einer für 
sein hohes Alter bewundernswerten Energie auf. Um die 
Mittel für eine zu bauende Flotte zu beschaffen, wurde ein 
Türkenzehnte in der Christenheit erhoben 1 ). Hauptsammel 
stelle für die einlaufenden Gelder war das Bankhaus der Medici 
in Florenz, das die Geldgeschäfte der Kurie besorgte 2 ), und bei 
dem Calixt 6000 Dukaten für den Flottenbau aufgenommen 
hatte. In alle Länder entsandte nun der Papst Kreuzzugs 
prediger, die zugleich als Zehntensammler (Kollektoren) 
fungierten. Für Nordeuropa (Dänemark, Schweden und Nor 
wegen, die Erzbistümer Lemberg und Magdeburg, die Bis 
tümer Bamberg und Münster) ernannte Calixt am 26. März 1457 
den Subdiakon der Diözese Parma, Marinus de Fregeno, zum 
Kollektor 3 ). Das von ihm gesammelte Geld sollte er bei dem 
Bankhaus Paumgartner in Nürnberg abliefern, welches dann 
wahrscheinlich die einlaufenden Summen an die Medici weiter 
leitete. Marinus scheint bei seiner Mission nicht geschickt vor 
gegangen zu sein, da sich bald Klagen gegen ihn erhoben. 
Besonders Sachsen war ein Herd der Opposition 4 ). Er wurde 
daher am 8. Juni 1458 durch ein päpstliches Schreiben heim 
berufen. Das Ergebnis seiner Sammlung sollte er zuvor bei 
Paumgartner deponieren 5 ). Marinus muss sich in Rom genügend 
fol. 236. Vgl. Erh. Waldemar Kanter: Markgraf Achilles von Bran 
denburg Bd. I (1911) S. 234. 
4 Ludwig Pastor: Geschichte der Päpste Bd. I (3. u. 4. Aufl.) 
S. 655 ff. u. bes. S. 659 Anm. 6. 
s ) Ehrenberg: Zeitalter d. Fugger I S. 46 ff. 
3 ) Das auf Marinus de Fregeno (vgl. Pastor a. a. O. S. 664 
Anm. 1) bezügliche Urkundenmaterial ist veröffentlicht in: Diploma- 
tarium Norvegicum XVII (Christiania 1907) S. 519 ff. u. 1242 ff. Die 
Ernennungsurkunden stehen unter Nr. 1242—1245. 
*) Archiv f. sächsische Geschichte V (1867) S. 117 ff- 
*) Dipl. Norv. XVII Urk. Nr. 1246.
	        
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