Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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legentlich  Maximilians  Truppen  mit  Getreide.  Hauptgegenstand
seines  Handels  bildete  aber  Silber  und  Kupfer,  das  er  in  Venedig ­
  auf  den  Markt  brachte.  Dort  besass  er  im  neugebauten
Fondaco  eigene  Gewölbe.  Seine  ständigen  Beziehungen  zur
Lagunenstadt  ermöglichten  es  ihm  auch,  Nachrichten  über
wichtige  politische  Vorgänge  zu  erhalten,  die  er  dann  dem
König  mitteilte.
Indessen  hatten  sich  infolge  der  Entdeckung  Amerikas
Veränderungen  auf  dem  Weltmarkt  ergeben,  die  gewiss  Paumgartners
  Geschäft  nicht  unberührt  liessen.  In  den  Tagen,
da  die  Fugger,  Welser  und  Höchstetter  ihre  Schiffe  nach  Venezuela ­
  und  Ostindien  aussandten,  muss  auch  Paumgartner
an  diesen  Unternehmungen  irgendwie  Anteil  genommen  haben
und  wenigstens  zu  den  neuen  Handelsplätzen  in  den  Niederlanden
(bes.  Antwerpen),  die  allmählich  Venedig  aus  seiner  Vormachtstellung ­
  verdrängten,  in  Beziehung  getreten  sein.  Dass  uns
darüber  keine  Nachrichten  vorliegen,  hat  seinen  Grund  in  der
Beschaffenheit  des  handelsgeschichtlichen  Quellenmaterials,
das  uns  ja  bekanntlich  gerade  in  bezug  auf  den  Privathandel
leider  nur  zu  oft  im  Stich  lässt.  Auch  Paumgartner  wird  sich
dem  Zug  der  neuen  Zeit  gefügt  haben  und  dorthin  gefolgt  sein,
wo  sich  ungeahnte  Gewinnaussichten  eröffneten.
Vielleicht  hängt  es  damit  zusammen,  dass  wir  aus  den  Jahren
1504  bis  1507  wenig  von  Geldgeschäften  mit  den  Habsburgern
hören.  Es  erscheinen  damals  als  Gläubiger  Maximilians  die
Rehlinger,  Stunz,  Besserer  von  Ulm  u.  a.,  also  Firmen,  die
nicht  in  dem  Masse  zu  den  Weltfirmen  gehörten,  wie  die  Fugger,
Welser,  Höchstetter  und  Paumgartner 1 ).  Erst  im  Jahre  1508,
als  Maximilian  seinen  Krieg  mit  Venedig  begann,  zwang  ihn
seine  Geldnot,  mit  den  Kaufleuten  in  Augsburg  wieder  wegen
einer  grossen  Anleihe  zu  unterhandeln,  wobei  auch  Paumgartner ­
  mit  herangezogen  wurde 2 ).  Wie  unwillkommen  den
*)  Dass  die  Paumgartner  damals  bereits  zur  Hochfinanz  gehörten,
wird  bestätigt  durch  eine  Stelle  in  den  Relationen  des  venezianischen
Gesandten  Vincenzo  Quirini.  Dieser  zählt  folgende  sieben  Augsburger
Firmen  auf,  mit  denen  Maximilian  seine  Geschäfte  abschloss:  Fugger,
Welser,  Höchstetter,  Gossembrot  (so  ist  natürlich  die  Form  Casimprout
aufzulösen,  die  der  Herausgeber  der  Relationen  nicht  zu  erklären  wusste),
Adler,  Baumgartner,  Herwart.  (Eugenio  Alberi:  Le  relazione  degli
ambasciatori  Veneti  al  Senato,  1.  Serie  Bd.  6  S.  29.)
2 )  Ehrenberg:  Zeitalter  d.  Fugger  I  S.  92  Anm.
            
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