Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Hand zu bekommen. Was ihm bisher noch nicht gelungen, 
schien er jetzt auf dem Weg über Wien zu erreichen. Als er 
nämlich im Jahre 1534 Ferdinand für die „württembergische 
Kriegshandlung“ 50 000 fl dargeliehen hatte, wurde ihm vom 
König zugesichert, dass man in den nächsten 13 Jahren nur 
mit ihm allein Verträge abschliessen werde. Als diese Bevor 
zugung Fuggers Hans Paumgartner zu Ohren kam, war er 
darüber höchst empört und machte der Regierung in Innsbruck 
deshalb Vorhalt. Man stellte ihm hierauf eine Nebenurkunde 
aus, in der das im Jahre 1533 den drei Augsburger Firmen 
gegebene Versprechen erneuert wurde. Gleichzeitig richteten 
die Räte ein Schreiben an den König mit der Bitte, er möge 
in Zukunft eigenmächtige Finanzhandlungen unterlassen, da 
dieselben der Regierung stets grosse Verlegenheiten brächten 1 ). 
Wie Anton Fugger sich mit der Aufhebung der ihm von Fer 
dinand gegebenen Vorrechte abfand, geht aus unsern Quellen 
nicht hervor. Hans Paumgartner aber bleibt auch fernerhin 
mit Tirol in enger Verbindung und steuert zur Unterhaltung 
des Hofes und zu andern Zwecken recht ansehnliche Summen 
bei. So zahlte er am 19. August 1536 an die Regierung 43 000 fl, 
wofür ihm 30 000 M Silber zugesagt wurden 2 ). Die Bergwerke 
reichten aber längst nicht mehr hin, um solche Mengen in 
einigermassen naher Zukunft liefern zu können. Im Jahre 1538 
hatte er an Rückständen noch 29 637 M Silber zu erhalten 1 ). 
Die Folge war, dass Streitigkeiten unter den Kaufleuten über 
den Empfang des Metalls ausbrachen, da keiner länger warten 
wollte und jeder sich aus dem von ihm in seinen Hüttwerken 
produzierten Silber bezahlt machte, ohne auf die andern Rück 
sicht zu nehmen. Die Regierung hatte alle Mühe, die Strei 
tenden zu beschwichtigen und gewährte ihnen öfter zu 
,,Ergötzlichkeit ihres guten Willens“ Zuschüsse zu ihren 
Verträgen. 
Im Jahre 1539 begab sich Ferdinand zu seinem Bruder 
9 Missiv an Hof (1538) fol. 23. 28. 50. Wegen des Rückganges 
der Silbererzeugung am Falkenstein hatten die drei Kaufleute zu An 
fang des Jahres 1538 noch ff. rückständige Summen aus früheren Ver 
trägen zu erhalten: Fugger: 33 857 Ml 61, Paumgartner: 29 637 JL 3 1, 
Bimmel: 17 280 Ji 8 1. 
a ) Entbieten u. Befehl (1536) fol. 14. 
3 ) Geschäft von Hof (1539) fol. 242.
	        
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