Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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sich  schliesslich  auch  dazu,  zu  unterschreiben  und  damit  das
Darlehen  anzuerkennen.
Im  Jahre  1542  ging  es  in  der  nämlichen  Weise  mit  Geldaufnahmen ­
  fort.  Paumgartner  gewährte  für  den  Türkenkrieg
10  000  fl  und  ausserdem  zusammen  mit  Fugger  und  Bimmel
12  000  fl  zur  Beförderung  welscher  Pferde  und  des  Kriegsvolks
des  Papstes  nach  Ungarn 1 ).  1543  wandte  sich  die  Regierung
an  ihn  mit  der  Bitte,  Geld  zur  Ausrüstung  von  Erzknappen
für  den  Türkenkrieg  zur  Verfügung  zu  stellen.  Die  3000  fl,
die  Paumgartner  hierauf  hergab,  wurden  dazu  benützt,  um
200  in  Erdarbeiten  geschickte  Schwazer  Bergknappen  nach
Ungarn  zum  Aufwerfen  von  Schanzen  und  Wällen  zu  senden 2 ).
Aber  nicht  nur  zur  Führung  seiner  Kriege  standen  dem
König  die  Kassen  der  Augsburger  offen.  Auch  für  die  habsburgische ­
  Heirats-  und  Familienpolitik  mussten  sie  die  Mittel
liefern.  Ein  Beispiel  dafür  ist  die  Vermählung  von  Ferdinands
Tochter  Elisabeth  mit  dem  Sohne  des  Polenkönigs  Sigismund.
In  dem  Heiratsvertrag  hatte  der  Vater  der  Braut  ein  Heiratgut
von  100  000  fl  ung.  (=  175  000  fl  rh.)  bewilligt,  das  in  drei
Fristen,  nämlich  am  Tage  der  Hochzeit  und  je  ein  halbes  Jahr
danach,  an  den  jungen  Polenkönig  bezahlt  werden  sollte.
Würden  diese  Termine  nicht  eingehalten,  so  sollte  die  doppelte
Summe  verfallen  sein,  oder  der  Polenkönig  das  Recht  haben,
die  habsburgischen  Lande  anzugreifen.  Am  17.  Oktober  1544
teilte  Ferdinand  von  Prag  aus  der  Regierung  in  Innsbruck
diese  Vertragsbedingungen  mit 3 ).  Bis  dahin  war,  da  die  Türkenkriege ­
  alles  Geld  verschlangen,  an  dem  Heiratgut  noch  kein
Pfennig  bezahlt  worden,  weshalb  der  Polenkönig  jetzt  ernstliche
Mahnungen  und  Drohungen  an  Ferdinand  richtete  und  bis
nächste  Weihnachten  das  Geld  verlangte.  Ferdinand  hatte
hierauf  seinen  Rat  Georg  Ilsung  nach  Augsburg  geschickt,
damit  er  mit  den  Kaufleuten  wegen  Aufbringung  der  Summe
in  Unterhandlung  trete.  Fugger,  Paumgartner  und  Bimmel
benützten  diese  Gelegenheit  und  erklärten  sich  zu  einem  Darlehen ­
  nur  bereit,  wenn  ihnen  bei  ihrem  Bergbau  wesentliche
Erleichterungen  gewährt  würden.  Der  Regierung  blieb  nichts
übrig,  als  in  die  von  den  Kaufleuten  aufgestellten  Bedingungen
1 )  Gemein  Missiven  (1542)  fol.  154.
2 )  Geschäft  von  Hof  (1543)  fol.  182.
3 )  Geschäft  von  Hof  (1544)  fol.  217—222.
            
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