Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Statistiken der letzten Jahre. 
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oder abwärts ging, ist ein erbitterter politischer Streit geführt worden. Nach 
der vielleicht besten und vorurteilsfreiesten Meinung ging die Revision leicht 
nach aufwärts und bedeutete in der Hauptsache bloß eine Neuordnung, bei 
der die einen Abgaben erhöht und die anderen erniedrigt wurden. Diese 
von Taussig, Willis und anderen gezogenen Schlüsse sind auf ein intensives 
Studium der Zolltarifverzeichnisse gegründet. 
Eine Durchsicht der Statistiken über die Verkehrsgleichung stimmt 
mit diesen Schlußfolgerungen völlig überein. Diese Folgerichtigkeit mag 
zunächst nicht recht einleuchtend erscheinen. Im Gegenteil, jeder, der 
behauptet, daß die Zölle eine bedeutende Erhöhung erfahren haben, 
kann auf die Tatsache hinweisen,’ daß die amerikanischen Preise seit dem 
Zolltarifgesetze rascher gestiegen sind, als die englischen Preise 1 ), während 
diejenigen, die an der Meinung festhalten, daß die Revision auf eine Ver 
minderung der Zollsätze gerichtet war, auf die Zunahme im amerikanischen 
Warenimport und die Zunahme im Goldexport dieses Landes verweisen 
können. Diese dem Anscheine nach nicht übereinstimmenden Tatsachen 
sind jedoch vereinbar. 
Die amerikanischen Statistiken zeigen, daß die Bankdepositen und deren 
Umlaufsgeschwindigkeit im Jahre 1909 im Vergleich zum Jahre 1908 eine 
ganz gewaltige Zunahme erfahren haben. Die Folge davon wäre eine Er 
höhung der amerikanischen Preise, ein Verdrängen des Goldes und ein Auf- 
halten der Zunahme des in den Vereinigten Staaten in Umlauf befindlichen 
Geldes (einer Zunahme, die sonst eintreten würde), ferner die Ermutigung 
zu einem der Zunahme im Gelde entsprechenden Import von Waren. Die 
Tatsachen stimmen mit diesen bekannten Tendenzen genau überein. Die 
Preise in den Vereinigten Staaten sind nun höher gestiegen als in England, 
die Zunahme in der Quantität des in Umlauf befindlichen Geldes ist zurück 
gegangen, der Export von Gold und der Import von Waren erhöhten sich. 
Wir können uns also alle diese Tatsachen erklären, ohne dabei das Zoll 
tarifgesetz als das störende Element anzunehmen 2 ). 
1 ) Über das Jahr 1909 hinaus stehen uns nur amerikanische Zahlen zur Verfügung. 
Die Zahlen des Bulletin of the TJnited States Bureau of Labor weisen vom Januar 1909 bis 
März 1910 ein ununterbrochenes Steigen der Preise auf. In der zwischen diesen Daten 
hegenden Zeit stiegen die Indexnummern für Engrospreise von 124,0 auf 133,8. Eine 
treffliche Vergleichung der Zahlen Englands und Amerikas enthält der Report of the 
(Massachusetts) Commission cm the Cost of IAving, Boston 1910, S. 26 und 66. 
> 2 ) Wenn wir nun auch, um gerecht zu sein, den Zolltarif nicht dessen überführen 
können, das amerikanische Preisniveau in den letzten Jahren erhöht zu haben, so ist es 
allerdings richtig, daß eine Herabsetzung des Zolltarifs ganz gewaltig zu einer Erniedrigung 
dieses Niveaus beitragen würde, denn, wie uns klar geworden ist, funktioniert ein Zolltarif 
Fisher, Kaufkraft des Geldes.
	        
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