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neue Formen in der Organisation der nationalen Kräfte zu finden,
sind überall gescheitert.
Es haben nur die Bünde und Organisationen nam—
hafte Erfolge auf diesem Gebiet errungen, die sich über
alle Hemmungen der Vergangenheit hinweg zu einer
neuen Lebensordung bekannten.
Weil aber der jungdeutsche Kämpfer in jener neuen Lebens—
ordnung, die für ihn mit dem Worte „Bruder“ begann, die Grund—
lagen gesunder Kräfteentfaltung erblickte, setzte er ganz naturgemäß
diese Erfahrung seines jungdeutschen Erlebnisses in die Forderung
nach der Volksgemeinschaft für den Staat der Zukunft um.
In der Bruderschaftsbildung erlebte der Jung—
deutsche sein Schulbeispiel für die Gliederung einer
aufbaufähigen und werteschaffenden Gemeinschaft. Er
lernte die Gefahren kennen, die die Gemeinschaft von
innen und außen bedrohen.
pflichtvergessenes Spießertum, dünkelhaftes Pharisäertum, Selbst—
sucht und Oberflächlichkeit waren die täglichen Feinde, mit denen der
jungdeutsche Meister und Bruder ringen mußte, um seine Gemein—
schaft zu erhalten. Die Erfahrungen dieses Kampfes haben die Forde—
rung nach der Verankerung jener einen Zwangspflicht im Volksstaat
geboren, die in der Teilnahme am staatsbürgerlichen Gemeinschafts-
leben verankert ist. Die Erfahrung, die auf diesem Gebiet des
Ringens um die wahre Gemeinschaft jedem Jungdeutschen aus dem
Schulbeispiel des Ordenskampfes zuteil geworden ist, ist am besten
durch die im Jungdeutschen Orden gebräuchlich gewordene Lehre
ausgedrückt:
„Werft Deutsche aller Stände, alt und jung, arm
und reich in einen Topf, schüttelt sie ordentlich durch—
einander und setzt darüber den Deckel der Pflicht, dann
treten die Gegensätze zurück, und was emporsteigt, ist
das ewig gleiche deutsche Bekenntnis des Willens zum
gemeinsamen Dienst an den Brüdern.“
Der Jungdeutsche Orden lernte die ungeheure Macht der ideellen
Bindung im Gemeinschaftsleben kennen. Es war darum eine natür—
liche Folge, daß er diese Macht zum Fundament des Volksstaates
1973