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und wird sich dann äußern, so sicher, als dem gesellschaft—
lichen Menschen ein Drang zur Aeußerung innewohnt.
Aber diese Kunst wird von der bürgerlichen Kunst ebenso
sehr, das heißt himmelweit verschieden sein, wie das sozia—
listische Individuum vom bürgerlichen. Und dieser Unter—
schied wird dadurch verursacht — brauchen wir es noch zu
piederholen? —, daß die Produktionsverhältnisse, die jeßt
auf Privateigentum und Lohnarbeit gegründet siud, dann
auf Gemeineigenkum und gemeinsamer Arbeit beruhen
werden
IV.
Schluß.
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Wir haben hiermit die Aufgabe, die wir uns gestellt
hatten, gelöst. Uebersehen wir nun noch einmal, was sich
a hat. Nid
ir sahen, daß sich die Wissenschaft, das Recht, die
Poliut, die Silte, die Religion — die
Kunst durch die Aenderung der Produktionsverhältnisse
ändern, die selber wiederum durch die Entwicklung der
Technik geändert werden.
Wir fanden das an einer Reihe von ganz einfachen,
allgemein bekannten, aber sehr großzügigen Beispielen, die
Janze Klassen und Völker umfassen, bestätigt.
Selbstverständlich konnten wir nicht eine endlose Reihe
von Beweisen geben, und gewiß gibt es viele Abschnitte der
Geschichte, die, wenn sie uns zu einer historisch-materia—
sisuschen Erklärung vorgelegt würden, uns in Verlegen—
heit bringen würden, denn wir wissen nicht genug, um
Mes, was unseren Gegnern in den Sinn kommt, zu er⸗
klären. Aber gerade deshalb haben wir solche vielum—
fassende Beispiele genommen, weil, wenn sae in ihrem
großen Umfang zutreffen, die Richtigkeit der Theorie kaum
zu bezweifeln ist.
Außerdem ist der historische Materialismus von un—
seren Genossen, vor allem in, Deutschland, aber auch in
anderen Laudern, auf allen Gebieten der Geschichte mit
solchem glanzenden Erfolg angewandt worden, daß wir
ruhig sagen können: die Erfahrung hat die Richtigkeit
dieses Teiles der Marxschen Lehre bewiesen.
Wir haben weiter gesehen, daß der historische Materia—
lismus durchaus nicht als eine Form zu betrachten ist, in
die man die historischen Fragen nur hineinzupressen hat.