schützt, 5 Jahre später mußte Morgan sich von neuem
mit ihr befassen.
Als Austin Corbin Präsident wurde, gab er einem
Protege namens McLeod einen Posten. Dieser Mc-
Leod, später scherzweise der „Napoleon der Eisen-
bahnen‘ genannt, zog sich eine Nachprüfung seiner Ge-
schäftsführung durch den Kongreß und die dauernde
Feindschaft Morgans zu. Nach Corbins Abgang wurde
McLeod Präsident der Reading und gab sich daran,
ein großes Kohlenmonopol zusammen mit Eisenbahnen
in Neuengland zu gründen. Er pachtete Linien und
schloß Bündnisse, die um mehrere Millionen mehr Ka-
pital erforderten, als er aufbringen konnte. Der Ver-
kaufspreis der Kohle wurde erhöht, was die Öffent-
lichkeit aufbrachte. Als McLeod seinen Machtbereich
nach Neuengland ausdehnte, griff er die New York
& New Haven an, an der Morgan stark interessiert
war, aber seine Angriffe auf die New Haven sollten
seine letzte Tat sein. Morgan, der hierbei sämtliche
Banken vertrat, unternahm es, McLeod, der sich seine
Einmischung nicht gefallen lassen und seinen Rat nicht
annehmen wollte, in seine Schranken zurückzuweisen,
McLeod sagte: „Lieber verkaufe ich Erdnüsse auf der
Straße, als daß ich mir von J. P. Morgan Vorschriften
machen lasse,”
Im Jahre 1893 trat er zurück und hinterließ ein
ruiniertes Unternehmen. Morgan war zur Zeit gerade
mit einer anderen, noch schwierigeren Sache be-
schäftigt, so konnte er der Reading nicht seine Auf-
merksamkeit widmen. Die neue Leitung unternahm die
Reorganisation auf eigene Faust, aber ihre Vorschläge
wurden von den Aktionären sehr kühl aufgenommen.
Sie konnten nicht sehen, worauf alles hinauslief, und
sie weigerten sich, noch weitere Opfer zu bringen.
Zuletzt wandten sich die Anteilbesitzer direkt an
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