Zweck der Presse.
15
in seinen letzten Zielen und Konsequenzen der Versammlung
vor Augen gemalt wurde. Die Social-Demokratie hat alle
Ursache, mit ihren letzten Zielen etwas hinter dem Berge zu
yalten. Denn die nackte, aller Schminke entkleidete Gestalt
des Socialismus hat so wenig Anziehendes, daß durch deren
Schaustellung die Massen nicht leicht begeistert und gewonnen
werden. Der Zweck der social-demokratischen Presse ist
i^aher gleichwie bei der persönlichen Agitation nicht die offene
""d rückhaltslose Belehrung über den Socialismus, sondern,
wie wir im Verlauf unserer Darstellung noch weiter zeigen
werden, die schwindelhafteste Reklame für den von der Masse
nur oberflächlich gekannten und noch viel weniger verstandenen
Socialismus.
Der „Volksstaat" bringt zwar aus Beschluß des Dresdner
Kongreffes (Volksstaat 1871, 68) an der Spitze einer jeden
"Nen Quartalsnummer das Programm der ..social-demokra-
îlschen Arbeiterpartei" zum Abdruck und von Zeit zu Zeit
wird daffelbe auch in einer besonderen Agitationsnummcr
besprochen. Es kann jedoch nur eine kurzsichtige Leichtgläubig
keit in jenem Programm einen vollständigen und unverblümten
Ausdruck der socialistischen Bestrebungen und Ziele finden,
^ir wagen zu behaupten, daß das Programm nur das
aufspricht, was es nach kage der Tinge heute sagen kann
und darf, und womit es die Arbeiter gewinnen zu können
hofft, und daß noch gar manches zwischen den Zeilen gelesen
werden muß, wenn man vom Socialismus ein vollständiges
Bild erhalten will. Der von dem „Volksstaat" als ein
»euer Kommunist begrüßte Privatdocent der Nationalökonomie
Dr. E. Dühring in Berlin betont in seiner Schrift: „Kursus
ber National- und Socialökonomie" gleichfalls den Mangel
eines vollständig klaren Systems des vorgeschrittensten Socia
lismus. Der Recensent dieses Buches legt im „Volksstaat"