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In neuester Zeit sind auch im Malaiischen Gebiete Versuche
mit maschinellem Reisbau gemacht worden, der hier natürlich
nur für große Gesellschaften in Frage kommt, die Reis im
Wechsel mit anderen Großkulturen, wie Tabak und Zuckerrohr,
bauen. Die Deli Maatschappij hat 1920 zum ersten Male Ma-
schinen zur Reiskultur herangezogen, vorläufig noch nicht zum
Säen, Jäten und Ernten, sondern nur zur Bodenbearbeitung
(Pflügen und Eggen). Der Fordson-Tractor und der Mc. Kay
disk plow haben sich zur Bearbeitung eines mit dichtem Gras,
Sträuchern und Schlinggewächsen bestandenen Geländes aus-
gezeichnet bewährt und die Arbeit um mehr als ?/, gegenüber
dem Betrieb mit Ochsengespann verbilligt. Für tieferes Pflügen
als 8—10 Zoll ist der Fordson-Tractor zu schwach.
Eingehende Versuche mit der mechanischen Reiskultur sind
auch in Cochinchina gemeinsam von der Landesverwaltung und
der Landwirtschaftskammer in Saigon angestellt worden, vor-
läufig ebenfalls nur auf dem Gebiete der Bodenbearbeitung.
Benutzt wurde ein Holt-Tractor, 45 PS, auf Raupenbändern
laufend (Modell caterpillar); zwei ebenfalls von Holt gelieferte
vierscharige Pflüge, eine norwegische Egge mit Metallrahmen.
Wenn sich bei dreimonatigen Versuchen auch herausgestellt
hat, daß an dem Traktor und dem Pfluge, sollen sie für Reiskultur
brauchbar sein, manche Veränderungen vorgenommen werden
müssen, so hat sich doch die Aufgabe der mechanischen Boden-
bearbeitung tropischer Reisfelder als durchaus lösbar erwiesen.
Erwähnenswert ist noch, daß zur Bodenbearbeitung der
großen Reisflächen in Italien und den Südstaaten das Ziehen
von Gräben gehört, die hier bestimmte Vorteile bieten. In Nord-
amerika werden die in den feuchten Flußniederungen liegenden
Reisfelder von einem 1—1!/, m tiefen, mehrere Meter breiten
Kanal durchzogen, auf dem zur Zeit der Ernte das Korn mit
Booten eingebracht wird. Die italienischen Reisfelder werden
durch 20—25 cm tiefe Gräben in etwa 8 qm große Vierecke
geteilt; es ist klar, daß ein solches Grabensystem bei so großen
Fächern der Reisfelder, wie sie in Italien vorkommen — bis
zu mehreren Hektar — die Verteilung des Berieselungswassers